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Private Radios in Baden-Württemberg brauchen digitale Zukunft


Lizenzierungsmodelle, Zuschnitte der Sendegebebiete und Förderung des privaten Radios in Baden-Württemberg müssen mittelfristig an die digitale Zukunft angepasst werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Ausgestaltung der lokalen Hörfunklandschaft in Baden-Württemberg 2025“ der Landesanstalt für Kommunikation (LFK), die von der Unternehmens- und Forschungsgruppe Goldmedia erstellt wurde. Mit der fortschreitenden Verlagerung von Audionutzung und Werbebudgets ins Internet deute sich eine mittelfristig unsichere wirtschaftliche Lage des privaten Hörfunks an. Ziel der Studie war es, durch Marktprognosen und Szenarioanalysen eine belastbare Datenbasis für künftige Entscheidungsprozesse zu schaffen.

Soll DAB+ gestärkt werden, bedarf es laut Studie einer intensiven Förderung und Lizenzierungsmodellen, die mehr Kooperationen zwischen den Hörfunk-Sendern erlauben. Und: „Der Marktanteil von gestreamtem Internetradio wird sich auf bis zu 30 Prozent bis 2025 erhöhen. Hier kann sich die LFK positionieren und die Radio-Anbieter im Wettbewerb unterstützen“, hebt Professor Klaus Goldhammer, Geschäftsführer von Goldmedia, hervor. „Aufgrund der rasanten technischen Entwicklung können wir alle nicht die Hände in den Schoß legen, wenn es um die Zukunft des privaten Hörfunks und damit um eine Säule des dualen Rundfunksystems in Deutschland geht.“

Die Durchsetzung von DAB+ in Baden-Württemberg sei auch stark von der Förderpolitik abhängig. Bis 2025 könnten, je nach Förderszenario, rund 42 Prozent aller Haushalte im Südwesten mindestens einen DAB+-Empfänger haben. Um diese Durchdringung zu erreichen, müssten vor allem die Simulcast-Kosten von UKW und DAB+ für eine Übergangszeit stärker gefördert werden. Ansonsten drohe eine kostenintensive Doppelversorgung mit unklaren Marktperspektiven.

Kernergebnis der Goldmedia-Analysen: „Streaming wird weiter zunehmen und das Smartphone ist ‚Endgerätesieger‘. Bis 2025 werden so gut wie alle werberelevanten Haushalte über mindestens ein Smartphone verfügen“. Dazu kommen höhere Kapazitäten im Mobilfunkbereich und mit 5G neue Technologien, die zukünftig eine kostengünstige Broadcast-Radio-Verbreitung und gleichzeitig auch personalisierte Angebote ermöglichen.
„Baden-Württemberg verfügt auch im Bundesvergleich über eine ausgesprochen vielfältige Radiolandschaft mit starken Unternehmen, die es zu erhalten gilt“, betont LFK-Präsident Wolfgang Kreißig. „Wir müssen nun gemeinsam mit allen Beteiligten an einem passenden Regulierungsrahmen für die digitale Zukunft arbeiten. Gleichzeitig gilt es die Chancen der Digitalisierung zu nutzen, um mit neuen Allianzen und Kooperationen die technische Teilhabe an Alexa, Siri und Co. und die Auffindbarkeit in der digitalen Welt zu gestalten“. (go)

Vision mobility erscheint ab 2018 mit sechs Ausgaben jährlich

 

Nach dem gelungenen Start des Objektes Vision mobility erhöht der Huss-Verlag ab 2018 die Erscheinungsweise auf einen zweimonatlichen Rhythmus mit einer Druckauflage von je 100.000 Exemplaren. Das Magazin wendet sich an Flottenentscheider und Mobilitätsbegeisterte und deckt als Plattform verkehrsträgerübergreifend die Themen Mobilität, Konnektivität und Infrastruktur ab.


Dabei wird Vision mobility die Themen noch weiter vertiefen und verstärkt über Hintergründiges aus der Welt der Mobilität berichten. Beibehalten wird das Konzept, sich nicht nur der Elektromobilität, sondern allen Energieformen und Fahrzeuggattungen zu widmen – vom E-Bike über Pkw und Firmenwagen bis hin zu schweren Nutzfahrzeugen. Inwieweit man Fahrzeuge „autonomisieren“ kann, beweisen die Lkw-Hersteller, die einige Einsatzfelder ihrer Produkte fahrerlos organisiert haben. Auch das Thema Ridesharing gewinnt zunehmend an Bedeutung und schlägt die Brücke zwischen ÖPNV und privatem Individualverkehr.

Die Vision mobility Redaktion hat sich zudem mit dem Formel-E-Experten Timo Pape verstärkt, der die Rennserie seit Anfang an begleitet. Den Auftakt zur zweimonatlichen Erscheinungsweise machte die Ausgabe 01/2018, die seit 18.11.2017 im Handel erhältlich ist. (go)
 

Business Insider startet im Februar 2018 in Südafrika

 

Business Insider, Wirtschaftsmedium für die digitale Generation, wird im Februar 2018 ein Angebot in Südafrika starten. Gemeinsam mit dem Partner Media24, einem der größten Verlagshäuser Afrikas, das mit 24.com auch über einen Online-Auftritt verfügt, will Business Insider die Menschen mit Wirtschaftsthemen und Nachrichten erreichen. Die südafrikanische Ausgabe wird die 15. internationale und die zweite Ausgabe des amerikanischen Wirtschaftsnachrichtenportals für den afrikanischen Kontinent sein. Im Januar 2017 ging Business Insider für Nigeria, Kenia und Ghana an den Start. Die erste internationale Ausgabe startete im Jahr 2013 in Australien.

Mit Südafrika erschließt sich Business Insider einen der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in Afrika. Das Land verfügt über eine wachsende, gut ausgebildete, digitalaffine Mittelklasse, die Interesse an unterhaltsamen und verständlich aufbereiteten Wirtschaftsthemen hat.

Business Insider erreicht mit derzeit insgesamt 15 Ausgaben in 20 Ländern mehr als 120 Millionen Unique Visitors pro Monat über alle Plattformen hinweg. Das Unternehmen berichtet in Echtzeit, über soziale Medien und mobil. Nach einer Minderheitsbeteiligung im Januar 2015 gehört Business Insider seit Oktober 2015 mehrheitlich zur Axel Springer SE. (go)

Gestaltung des Jugendmedienschutzes muss mit neuen Technologien mithalten

 

Dr. Wolfgang Kreißig übernimmt ab 2018 den Vorsitz der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM). Das Gremium wählte ihn als Nachfolger der amtierenden Vorsitzenden Cornelia Holsten, Direktorin der Bremischen Landesmedienanstalt (brema). Die Amtszeit des neuen KJM-Vorsitzenden endet im März 2022. Dr. Wolfgang Kreißig leitet die LFK seit April 2017 und wurde ebenfalls im April 2017 als ständiges Mitglied in die KJM berufen.

„Die Gestaltung eines Jugendmedienschutzes, der mit der rasanten Entwicklung neuer Technologien mithalten kann, und eine Aufsichtspraxis, die Entwicklern und Anbietern ihre Verantwortung bewusst macht, haben eine enorme Bedeutung für unsere Gesellschaft,“ sagte Kreißig. Cornelia Holsten legt den KJM-Vorsitz zum Ende des Jahres 2017 nieder, um ab 2018 den Vorsitz der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) sowie der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) zu übernehmen. (go)


Roberto Sprengel im Alter von 53 Jahren gestorben

 

Roberto Sprengel (geboren am 12. April 1964 in Hamburg), Geschäftsführer Brand Media und seit
22 Jahren in der Ganske Verlagsgruppe tätig, ist am 5. Dezember 2017 im Alter von 53 Jahren
nach schwerer Krankheit gestorben.

Roberto Sprengel hat die Vermarktung der Zeitschriften und Medienprodukte aus dem Jahreszeiten Verlag über 22 Jahre lang maßgeblich und herausragend geprägt. Nach seinen Betriebswirtschaftsstudium begann der Diplom-Kaufmann seine berufliche Karriere im Heinrich Bauer Verlag, wo er zuletzt die Anzeigenleitung für die deutsche Lizenzausgabe des „Playboy“ verantwortete, ehe er 1995 in den ebenfalls in Hamburg ansässigen Jahreszeiten Verlag wechselte. Dort zeichnete er zunächst verantwortlich für die Anzeigenleitung der in der „Image-Combination“ zusammengefassten Lebensart-Magazine „A&W Architektur & Wohnen“ und
„Der Feinschmecker“.

Aufgrund seines großen Erfolges hat Roberto Sprengel in den Folgejahren sukzessive die Anzeigenverantwortung für die vollständige Titelgruppe der „Premium-Magazine“ aus dem Jahreszeiten Verlag übernommen, darunter auch „Merian“. Parallel hat Roberto Sprengel ab 1996 die Anzeigenvermarktung für die Magazine des im gleichen Jahr etablierten, neu gegründeten Bereichs Hoffmann und Campe Corporate Publishing (heute HoCa X) aufgebaut.

Er vertrat den Jahreszeiten Verlag über zehn Jahre und bis zuletzt im Arbeitskreis Pressemarkt Anzeigen (PMA) im Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Mit der Gründung der Vermarktungsgesellschaft Brand Media übernahm Roberto Sprengel ab 2012 zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben auch die Auslandsvermarktung für sämtliche Magazine aus dem Brand Media Portfolio. Im Oktober 2015 rückte er gemeinsam mit Hilleken Zeineddine in die Geschäftsführung von Brand Media auf, die er bis zuletzt innehatte.

Hilleken Zeineddine, Geschäftsführerin BM Brand Media: "Wir sind sehr traurig. BM Brand Media
hat einen großartigen Kollegen verloren. Roberto war ein außergewöhnlicher Mensch von höchster
Kompetenz und Menschlichkeit. Inspirierend, energiegeladen, direkt, humorvoll und hilfsbereit. Er hat BM Brand Media zu dem gemacht, was wir sind. Die Lücke, die er hinterlässt, wird bleiben.“ (go)

Einstimmig und selbstbewusst

 

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) scheint derzeit vor Selbstbewusstsein zu strotzen. Das spiegelt auch der Rundfunkrat. Grund dürfte der Auftritt der Führungsspitze des Hauses und in der ARD dank Mittagsmagazin sein. Der Rundfunkrat jedenfalls stellte auf seiner jüngsten Sitzung den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr einstimmig fest. Der ARD-Sender rechnet mit 458,3 Millionen Euro Erträgen und Aufwendungen von 541,5 Millionen Euro. Den Jahresfehlbetrag von 83,2 Millionen Euro will der rbb unter anderem durch die in der vorangegangenen Beitragsperiode angesparte Rücklage ausgleichen. Aus der so genannten Rücklage I seien dies 57 Millionen Euro. Zugleich rechnet der Sender mit rund drei Millionen Euro zusätzlichen Einnahmen beim Rundfunkbeitrag durch Zuzüge in die Region. Letztlich würde das operative Ergebnis ein Minus von nur 0,9 Millionen Euro ausweisen.


Größtes Projekt für den rbb im kommenden Jahr ist das Mittagsmagazin. Laut Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus kalkuliert der Sender mit Aufwendungen von 2,8 Millionen Euro, während der bisherige Produzent, der Bayerische Rundfunk, dafür 3,5 Millionen Euro ausgegeben hat.


Zusatzbedarfe sieht Intendantin Patricia Schlesinger im kommenden Jahr außerdem durch die zweite Stufe der Programmreform für das Dritte Fernsehen, die Stärkung von Dokumentation und Fiktion sowie der Social-Media-Aktivitäten im Hörfunk. Mit einem wahrscheinlichen Jahresdurchschnitt von 5,9 Prozent Marktanteil 2017 werde das rbb-Fernsehen nicht mehr die rote Laterne unter den Dritten tragen, hofft Schelsinger. (gp)

Santo Pane wird Head of Corporate bei Burson-Marsteller

 

Santo Pane (47) wechselt ab Januar 2018 als neuer Leiter der Corporate Practice und des Frankfurter Büros zu Burson-Marsteller. Zudem wird er als Managing Director Mitglied des deutschen Executive Committees und des Management-Teams der internationalen Agentur für Public Relations und Public Affairs. Pane berichtet direkt an Alexander Fink, CEO von Burson-Marsteller Deutschland.

Die Schwerpunkte des Betriebswirts (VWA) sind Corporate und Management Positionierung, interne- und Change-Kommunikation, Campaigning (online und offline), Krisenkommunikation, Content Marketing und Media Relations sowie die Organisationsberatung von Kommunikations- und Marketingabteilungen. Seine Branchenschwerpunkte liegen auf dem Finanz- und Versicherungsbereich, der Fertigungsindustrie, Professional Services, Chemie, Energie, Handel, Lebensmittelwirtschaft, Luftfahrt-, Logistik- und Tourismusindustrie sowie der gesamten Immobilienwirtschaft.

Pane verfügt nicht nur über eine umfassende Erfahrung als Berater, sondern auch als Mitglied des Managements in mehreren Agenturen und auf Unternehmensseite – davon zwei Jahre in London. Vor seinem Eintritt bei Burson-Marsteller war Pane Managing Director Corporate Communications bei EdelmanErgo. Er war dort für den Bereich Corporate Communications in Deutschland (B2B und B2C) verantwortlich, Mitglied des Management Boards und leitete den Kölner Standort mit. Zuvor hat er bei ergo Kommunikation als Mitglied der Geschäftsführung den Bereich Unternehmenskunden geleitet und unter anderem die digitale Transformation der Finanzbranche eng begleitet. Als Global Head of Marketing Capital Markets verantwortete er zuvor weltweit alle Marketing-, Kommunikations- und Eventaktivitäten des Investment Bankings der WestLB. „Ich möchte mit meiner Erfahrungen dabei helfen, die in Deutschland auch heute immer noch vorzufindenden Silos zwischen PR, Digital und Marketing grundlegend aufzubrechen“, so Pane. (go)
 

WDR Digital-Initiative: Online-Angebot noch multimedialer

 

Der WDR verstärkt ab sofort den Schwerpunkt auf Video- und Audioformate in seinem Online-Portal wdr.de. Zu jedem Thema auf der Startseite gibt es Videos und Audios. Die wesentlichen nachrichtlichen Fakten werden textlich nur noch knapp zusammengefasst. „Wir setzen online deutlich stärker auf unseren Kernauftrag“, sagt WDR-Intendant Tom Buhrow. "Im kommenden Jahr wollen wir das Angebot weiter mit neuen audiovisuellen Formaten ausbauen und den strukturellen Umbau für den digitalen Wandel konsequent vorantreiben", so Buhrow. Wichtiges Ziel dabei sei die Optimierung der mobilen Nutzung.

Mit der Konzentration auf das audiovisuelle Angebot geht der WDR-Intendant einen Schritt auf die Zeitungsverlage zu: „Ich will keine Energie in überflüssige Rechtsstreitigkeiten stecken, sondern ein starkes Neben- und Miteinander von Sendern und Zeitungen fördern. Nur mit einer vielfältigen Medienlandschaft garantieren wir den Menschen unabhängigen und umfassenden Journalismus", unterstreicht Tom Buhrow.
Durch die stärkere Fokussierung wird wdr.de künftig mehr audiovisuelle Inhalte sowie mehr interaktive Darstellungsformen anbieten; auch datenjournalistische Schwerpunkte und Virtual Reality-Formate sowie Plattform-Angebote wie es der Kandidatencheck zu den Landtags- und Bundestagwahlen war. Zusammenfassende Texte werden aber auch weiterhin ein Bestandteil der Online-Berichterstattung sein, da der WDR gesetzlich zu Inklusion und Barrierefreiheit verpflichtet ist. (go)

Ströer baut Reichweiten- und Qualitätsangebot in der Digital-Vermarktung weiter aus

 

Ströer verlängert langjährige Mandate im Bereich der Digital-Vermarktung: Auch in Zukunft werden die reichweitenstarken Publisher Kicker (Olympia Verlag), Mediasports, gutefrage.net und Freenet weiter von Ströer vermarktet werden. Das Medienhaus Ströer baut die Spitzenposition im AGOF-Vermarkterranking weiter aus und steigert seine Digital-Reichweite 2017 um rund sieben Millionen auf 52,43 Millionen Unique User im Monat Oktober. Neben wichtigen Verlängerungen von Vermarktungsmandaten forcierten die Zugewinne neuer Publisher wie zum Beispiel Bauer, Funke und Aufeminin.com die starke Position von Ströer in der Digital-Vermarktung.

„Wir stellen fest, dass unsere Strategie greift und gehen davon aus, dass die Marktkonsolidierung weiter voranschreiten wird“, sagt Tobias Conrad, Managing Director Publisher Management der Ströer Digital. „Nicht zuletzt durch die finale Zusammenführung aller Vermarkter und der sukzessiven Migration unserer Technologien, haben wir hier wesentliche Synergien erzielen können. Das hat im Markt überzeugt und verspricht unseren Publishern die bestmögliche Monetarisierung ihrer Reichweiten.“

Im Hinblick auf die Fußball Weltmeisterschaft 2018 sei Ströer in der Vermarktung unter anderem durch die verlängerten Vermarktungsmandate von kicker.de, spox.de, goal.com, sportal.de, freenet.de/sport, sowie der bestehenden Belegungseinheiten der regionalen Verlagshäuser der OMS und von t-online.de/sport gut aufgestellt. (go)

Die Bedeutung des Dokumentarischen

 

Großartige Dokumentarfilme sorgen derzeit für Aufsehen. Etwa „Bimbes - Die schwarzen Kassen des Helmut Kohl“. Der Film von Stephan Lamby lief am Montag in der ARD mit einem Marktanteil von 10,4 Prozent. Das ZDF zeigt am 12. Dezember „Der große Zampano“ von Berthold Baule und Michael Jürgs über den 2011 verstorbenen Medienmogul Leo Kirch. Beide Filme liefen und laufen um 22.45 Uhr. Die Zeit ist ein Streitpunkt zwischen den Sendern und den Dokumentarfilmern, die in dieser Woche ihrem Unmut in zwei Veranstaltungen in Berlin Luft machten.

Die ARD-Vorsitzende Karola Wille bekannte sich zum langen Dokumentarfilm. Der gehöre zur ARD. Sie fasste ihre in Leipzig geführten Gespräche mit Dokumentarfilmern so zusammen: Es gehe um Erwartungshaltungen, Rahmenbedingungen und den Stellenwert des langen Dokumentarfilms in der ARD. Fortschritte habe es bei der Kalkulation gegeben. Aber: mehr als zwölf Sendeplätze könne die ARD nicht einräumen. Chefredakteur Rainald Becker machte darauf aufmerksam, dass es meistens doch 14 bis 16 Filme würden. Er räumte ein, dass „Bimbes“ durchaus einen früheren Sendeplatz verdient hätte.

Für Wille fehle oft der Mut, zu experimentieren. Sie wolle vor allem für Verlässlichkeit sorgen, damit der Sendetermin tatsächlich um 22.45 Uhr eingehalten werde und nicht wegen aktueller oder Sportberichterstattung weiter nach hinten wandere. Da die großen Streamingangebote längst das Dokumentarische für sich entdeckt hätten, gelte es, durch Crosspromotion stärker auf die eigenen Sendungen hinzuweisen. Gerade werde am ARD-Player gearbeitet, damit dieser stärker personlisieiren könne. Für die Direktorin des Grimme-Instituts, Frauke Gerlach, gehöre die Programmierung auch in die derzeit geführte Debatte zum öffentlich-rechtlichen Auftrag.


Für Dokumentarfilmer „geht es um Zeit und das Druchdringen einer Sache“, sagte Regina Schilling, Autorin der „Geschlossenen Gesellschaft“ über die Odenwaldschule. Filmemacher David Bernet verwies darauf, dass die Marken für das Streaming im linearen Fernsehen geschaffen würden. „Wir erleben die Marginalisierung des Dokumentarfilms - auch durch sinkende Investitionen.“ Die Produktionskosten für den Film über die Odenwaldschule bezifferte Schilling mit 150.000 Euro. Günter Wallraff berichtete etwa, dass es immer schwerer werde, bei den Öffentlich-Rechtlichen etwas unterzubringen. Die Themen scheiterten oft an den Hausjuristen. Bei RTL hingegen sei für seine Arbeit gesichert, dass die Prozesse bis zu Ende geführt würden.
Thoralf Lipp aus dem Vorstand der AG Dok beklagte, dass allein das ZDF 420 Krimisendeplätze 2016 gehabt hätte, Malte Krückels, thüringischer Medienstaatssekretär sprach von 640 Krimi-Produktionen bei ARD und ZDF im Jahr 2015. Krückels, Mitglied des Sturkturreformausschusses der Länder, hält es für denkbar, in der Auftragsdebatte den teuren Unterhaltungs- und Sportbereich bei ARD und ZDF einzuschränken. Der Politikwissenschaftler und Publizist, Professor Ulrich Teusch, machte darauf aufmerksam, dass im Fernsehen mehr Morde aufgeklärt würden, als in Deutschland geschehen. Wallraff befürchtet bei einem Weiter so! eine „gähnende Langeweile“ im Fernsehen.


Mit dem Kirch-Film will das ZDF dagegensetzen. Bemerkenswert hier, wie die Macher angesichts der relativ wenigen Bewegtbilder von Leo Kirch und der diffizilen Rechtefragen vorgegangen sind, und zum Beispiel Musik eingesetzt haben. Unabhängig von diesem Film: Beim ZDF ist man aber auch der Meinung, dass manche Dokus vor der 20-15-Sendezeit geschützt werden sollten und später ein zielgenaueres Publikum fänden. (gp)

 

 

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