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Neue Arbeitsweisen werden zur digitalen DNA der Verlage

 

70 Prozent der Verlage wollen in diesem Jahr verstärkt neue journalistische Produkte entwickeln, also ihren Kernbereich ausbauen. Social Distribution, Big Data und eine sich durchsetzende digitale DNA - das hat eine vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) in Auftrag gegebene Studie der Unternehmensberatung Schickler als Trends der Zeitungsbranche 2017 ausgemacht. In den Jahren zuvor ging es vor allem um Diversifikation in neue Geschäftsfelder wie E-Commerce. Die Verleger erwarten für dieses Jahr, dass die Auflage der elektronischen Zeitungen um 10,9 Prozent und die Werbeerlöse im Internet um 7,4 Prozent wachsen, während die Printauflage um 2,6 und die Anzeigenerlöse um eta 1,4 Prozent zurückgehen. An der Umfrage beteiligten sich 90 Verleger und Geschäftsführer, die knapp 50 Prozent der Zeitungsauflage vertreten. Zur neuen Studie ein Gespräch mit Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV).


text intern Wie erklären Sie sich die Rückbesinnung auf journalistische Produkte?
Wolff Wir sind erfreut über diese Entwicklung. Wenn die Verlage jetzt wieder verstärkt in journalistische Produkte investieren und damit die Kreativität in den Mittelpunkt stellen, hat das natürlich auch damit zu tun, dass die Häuser intensiver in den sozialen Netzwerken unterwegs sind. Dort waren sie auch bisher schon aktiv und haben mit Daten gearbeitet, diese Arbeitsweisen professionalisieren und institutionalisieren sich jetzt, werden sozusagen zur digitalen DNA der Verlage. Besonders bemerkenswert: 71 Prozent der Verlage planen mit einem deutlichen Wachstum der digitalen Content-Erlöse.


text intern Sind die deutsche Verlage bei diesen Themen spät dran?
Wolff Die deutschen Verlage sind auf der Höhe der Zeit. Auch hierzulande gibt es eine trial-and-error-Unternehmenskultur, selbst wenn die nicht so verfestigt ist wie in den USA. Aber das Prinzip wird gelebt. Allerdings werden Misserfolge oft noch als Makel angesehen. Dennoch experimentieren die Häuser viel, egal ob bei Facebook, Twitter oder mit WhatsApp. Unsere Studie hat ergeben, dass rund die Hälfte der Verlage, 46 Prozent, Redakteure einsetzen wollen oder dies schon tun, die sich ausschließlich mit Social Media beschäftigen. Ein anderer bemerkenswerter Befund: Die Trennung von Print- und Online-Redaktionen ist in den Verlagen nahezu verschwunden.


text intern Andererseits besagt die Studie, dass 30 Prozent keine neuen journalistischen Produkte entwickeln wollen. Leiten sich daraus Aufgaben für den Verband ab?
Wolff Vielleicht liegen die Schwerpunkte dieser Verlage derzeit woanders, in den Vorjahren ging es ja zum Beispiel sehr stark um E-Commerce und Diversifizierung. Das sind unternehmerische Entscheidungen. Der Verband greift hier nicht ein. Aber wir machen über unsere Akademie immer wieder verschiedenste Angebote und bieten bei Nachfrage Unterstützung.


text intern Im vergangenen Jahr wollten laut der Trend-Umfrage 70 Prozent der Verlage Jugendprodukte einführen, um ihre Marke zu stärken. Haben Sie nachgefragt, was daraus wurde?
Wolff Nicht direkt, doch sind wir gerade dabei, unsere große Studie über die Millennials abzuschließen, die natürlich auch in Zusammenarbeit mit den Verlagen entstanden ist. Die Ergebnisse werden wir in Kürze präsentieren. Für unsere aktuelle Trendstudie hat die Unternehmensberatung Schickler beim Thema Diversifikation nachgehakt. Vor zwei Jahren hatten 22 Prozent angegeben, hier aktiv zu werden. Letztlich waren es sogar 27 Prozent.


text intern In den vergangenen Jahren waren es vor allem große Verlage, die die Trends für sich beschrieben. Ist das so geblieben und gelten sie genauso für die kleineren?
Wolff 81 Prozent der großen Verlage mit einer Auflage von über 100.000 Exemplaren stellen journalistische Produkte in den Fokus für 2017. Die großen Verlage sind immer noch die Vorreiter, weil hier auch der Druck am größten ist. Und natürlich verfügen sie am ehesten über die Ressourcen. Gerade bei den Kaufzeitungen steigt der Druck im Digitalen. Ich sehe aber auch bei den kleineren viele Leuchttürme und selten Nachholbedarf.


text intern Welche veränderten Aufgaben ergeben sich aus den neuen Trends für den Verband? Ist er mit der Umstrukturierung im vergangenen Jahr dafür gut aufgestellt?
Wolff Neben der Lobbyarbeit verstehen wir uns auch als Berater und eben als Trendscouts für die Verlage. So entstand beispielsweise die enorm erfolgreiche Konferenz Zeitung Digital. Nicht zuletzt haben wir mit Mathias Döpfner einen Präsidenten, dem das Thema extrem wichtig ist.

Das Interview führte Grace Pönitz


 

Spiegel daily kommt


Die Redaktionen von Spiegel und Spiegel Online starten gemeinsam ein neues digitales Produkt: Spiegel daily ist ein kostenpflichtiges tägliches Angebot, das dem Leser die wichtigsten News des Tages abends auf erklärende Art präsentieren soll. Geboten werden auch vertiefender Lesestoff, Videos und Service. Das Angebot ist vorrangig für die mobile Nutzung gedacht und soll vor allem über Abonnements vertrieben werden. Der Launch ist für die Jahresmitte 2017 geplant.

Jesper Doub, Geschäftsführer von Spiegel Online, sagt: "Spiegel daily ist ein weiterer Baustein im Paid-Content-Angebot der Spiegel-Gruppe.“ Zielgruppe seien die sogenannten 'Daily Briefer', die einmal am Tag kompakt und multimedial informiert werden wollen und wenig Zeit haben.

Spiegel daily wird von einem Team rund um Spiegel-Reporter Cordt Schnibben entwickelt. Die redaktionelle Leitung des neuen Produkts übernehmen Timo Lokoschat und Oliver Trenkamp. (go)

Ergebnisse ma 2017 Pressemedien I

Die agma (Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse) veröffentlicht am heutigen 25. Januar die Reichweiten der ma 2017 Pressemedien I. Julia Scheel, Vorstand Publikumszeitschriften der agma, sagt: „Publikumszeitschriften bleiben auch im Jahr 2017 treue Begleiter in der Mediennutzung der Deutschen und liefern somit eine solide Basis einer zielgerichteten Werbeplanung. Dies bestätigen auch die aktuellen ma-Zahlen.“ Publikumsmedien werden danach von rund 90 Prozent der über 14-Jährigen in Deutschland gelesen. Die aktuell ausgewiesenen 156 Zeitschriftentitel erreichen pro Erscheinungsintervall 62,7 Millionen Leser. Die Programmzeitschriften werden den Ergebnissen zufolge unverändert mit einer Gesamtreichweite von 66,4 Prozent am stärksten genutzt. Mit 45,7 Prozent folgen ihnen die Aktuellen Zeitschriften/Magazinen zum Zeitgeschehen. Unterschiedliche Titel werden, bezogen auf das letzte Erscheinungsintervall, in der Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen am häufigsten gelesen. Gering-Nutzer sind indes die 14- bis 19-Jährigen. (ah)

taz startet Solidaritätsprojekt taz.gazete

Solidarität mit bedrohten türkischen Journalisten hat bei der taz Tradition. Doch statt einzelner Seiten und Projekte erscheint ab Donnerstag die taz.gazete online. Hier sollen vor allem türkische Autoren frei berichten und kommentieren können. Fünf Beiträge wöchentlich wird das deutsch-türkische Portal zunächst bieten - Interviews, Reportagen, Meinungsstücke, „analytische und ausgeruhte Geschichten, keinen Newsticker“. Das Datum ist nicht willkürlich gewählt. Vor zehn Jahren wurde Hrant Dink, Chefredakteur der zweisprachigen türkisch-armenischen Wochenzeitung Agos, ermordet.

Die fünfköpfige Redaktion überlegt sich zugleich Strategien für den Fall, dass Geschichten oder die ganze Seite in der Türkei gesperrt werden, erklärte Redaktionsleiterin Fatma Aydemir am Dienstag in Berlin. Das betreffe auch die Kommunikation untereinander und die Umgehung von Internetsperren und Zensur. Was den Schutz der Journalisten vor Ort angehe, verwies sie darauf, dass bislang keiner der türkischen Kollegen unter einem Pseudonym arbeiten wolle. Sie seien sehr mutig. Noch unklar ist, wie Leserforen organisiert werden können.
Die Idee für das zweisprachige Online-Portal entstand nach der Verhaftung von Mitarbeitern der türkischen Tageszeitung Cumhuriyet Ende Oktober. Danach startet die taz einen Spendenaufruf unter ihren Mitgliedern. „Wir wollten ein vielfältiges publizistisches Medium, das der Pressefreiheit ein Exil gibt“, sagte taz-Chefredakteur Georg Löwisch. 650 Geldgeber wurden gefunden, wie Konny Gellenbeck, Chefin der taz Panter Stiftung, berichtete. Sie gaben zwischen 7,50 bis zu 10.000 Euro. Die so eingenommenen 110.000 Euro sollen das Projekt ein Jahr lang finanzieren. Dann wolle die Stiftung weiterschauen, auch auf den Erfolg. Vielleicht finde sich ein Geldgeber oder neue Spenden kämen zusammen. Gellenbeck stellte klar, dass es sich bei dem Projekt nicht um ein Marketingtool handele, um mehr Leser zu gewinnen. „Es ist ein Solidaritätsprojekt“. (gp)
 

Neues von der MOPO

Die Hamburger Morgenpost startet mit motiviert ins neue Jahr. Ab dem heutigen 16. Januar liegt täglich eine herausnehmbare Sportbeilage im Umfang von acht bis 16 Seiten dem Heft bei. Ihre Sportberichterstattung, die vom HSV über FC St. Pauli bis hin zu anderen Hamburger Sportclubs und-vereinen, auch Handball, Eishockey oder Basketball, reicht, baut das Team um die Sportchefs Matthias Linnenbrügger und Frederik Ahrens so noch weiter aus. Chefredakteur Frank Niggemeier will damit die regionale Sportkompetenz der MOPO betonen und sichern (noch vor der Sport Bild und der neuen Fußball Bild, die ab 20. Januar erscheint - allerdings nicht mit regionalem Fokus, Anm. d.Red.). Die Beilage umfasst Berichte, Interviews und Reportagen. Sonntags und montags erschien der Sport in der MOPO schon bisher als Beilage. Ab sofort gibt es nun täglich zwei Zeitungen in einer, die sich die Leser gut teilen können. Abgerundet wird die Sportberichterstattung wie bisher auf der Website mopo.de, durch den Live-Blog HSV24 und in den sozialen Medien wie Twitter, Facebook und Co. Bei umfangreicheren Themen produziert die Redaktion Sport-Sonderhefte wie „Unser HSV“, und zweimal pro Jahr lädt die Redaktion zur „MOPO Players Night“ ins Landhaus Scherrer zu einer Küchenparty mit Hamburger Sportgrößen und Gästen aus Wirtschaft und Politik ein.

Zur Eröffnung der Elbphilharmonie am 11. Januar hat der Verlag außerdem am 6. Januar ein Sonderheft an den Kiosk gebracht, das von der Website www.unsere-elphi.de flankiert wird. Betitelt ist das wertige Heft, das in 15.000 Exemplaren erscheint, „Das Wunder von Hamburg“. Der spektakuläre Klangraum ist – trotz jahrelangen Verzögerungen und ausufernden Kosten (789 Millionen Euro) – schon jetzt ein Liebling der Hamburger – die Konzerte in den kommenden Monaten sind ausverkauft. Wussten Sie, dass 44 Luxus—Appartements und ein Hotel mit 244 Zimmern im Prachtbau untergebracht sind? Die teuerste Suite kostet pro Nacht 3.000 Euro. Und ist Ihnen klar, dass die Elphi 200.000 Tonnen wiegt und 110 Meter über Normalnull liegt – womit sie kleiner bleibt als der Michel mit seinen 132 Metern? Dies – und natürlich das Konzertprogramm bis Juli 2017 - ist nachzulesen auf 66 Seiten für 5,95 Euro.

PS: Da fast alle 450.000 Karten der ersten Spielzeit ausverkauft sind, heißt es nach der Sommerpause, wenn die neue Spielzeit startet – neues Spiel, neues Glück. Versuchen Sie Ihre Glück unter www.elbphilharmonie.de. Und melden Sie sich für den Newsletter an. Dann erfahren Sie rechtzeitig, wann welche Veranstaltungen in den Verkauf gehen. (go) 

Kai Diekmann verlässt Axel Springer

Überraschung zum Jahresende: Zum 31. Januar wird Kai Diekmann, Herausgeber der Bild-Gruppe, seine Tätigkeit für Axel Springer auf eigenen Wunsch verlassen um sich künftig anderen Aufgaben zu widmen.

Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender Axel Springer SE: „Kai Diekmann kann auf eine einzigartige Karriere bei Axel Springer zurückblicken. Es ist vor allem ihm zu verdanken, dass Bild heute Trendsetter des digitalen Journalismus ist und eine hochprofitable Multimediamarke. In 16 Jahren an der Redaktionsspitze ist es ihm gelungen, Bild inhaltlich und strukturell stets weiterzuentwickeln und ihr damit eine kraftvolle publizistische Stimme zu verleihen. Wir danken ihm dafür, dass er die seit Jahresbeginn neu aufgestellte Chefredaktion beraten und unterstützt hat, so dass jetzt ein problemloser Übergang möglich ist. Wir sind traurig über sein Ausscheiden.“

Diekmann begann 1985 mit einem Volontariat bei Axel Springer. Seitdem ist er mit kurzen Unterbrechungen für das Unternehmen tätig: zunächst als Bild- und Bild am Sonntag-Parlamentskorrespondent, später als stellvertretender Chefredakteur B.Z. sowie als Bild-Politikchef und Chefredakteur der Welt am Sonntag, bevor er 2001 die Bild-Chefredaktion übernahm und später zusätzlich zum Herausgeber der gesamten Bild-Gruppe berufen wurde. Ende 2015 gab er die Funktion des Chefredakteurs ab und übernahm als Herausgeber die Führung der Chefredakteure, die übergeordnete Steuerung der Bild-Angebote sowie der publizistischen Ausrichtung und Weiterentwicklung der Markengruppe.

Die Macht der Intermediäre

Nach der Schießerei in einer Washingtoner Pizzeria hat Hillary Clinton jetzt noch einmal vor Falschmeldungen gewarnt: „Die Epidemie böswilliger Falschnachrichten und falscher Propaganda hat im vergangenen Jahr die sozialen Medien überflutet. Jetzt ist klar, dass diese sogenannten Fake News Konsequenzen in der realen Welt haben können.“ Die gescheiterte Präsidentschaftskandidatin der Demokraten bezog sich dabei auf den Vorfall in Washington, bei dem ein 28-jähriger Mann mit einem Sturmgewehr um sich schoss, weil er Gerüchten im Netz glaubte. Danach betreibe Clinton aus der Pizzeria heraus einen Kinderpornoring, im Keller missbrauche man Kinder.

Die Macht der Intermediäre - bei diesem Thema hatten ein paar Tage zuvor Wissenschaftler noch Entwarnung hierzulande gegeben. Ohne Intermediäre sei heute Meinungsbildung zwar nicht denkbar, sagt Prof. Uwe Hasebrink vom Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung. Aber die allerwenigsten Menschen gingen naiv mit den Intermediären um, auch wenn nicht alle das gleiche Kompetenzniveau besäßen. Hasebrink ist einer der Autoren der Studie Wie fließen Intermediäre in die Meinungsbildung ein?. Intermediäre definiert Hasebrink dabei als „Dinge, die sich zwischen uns und Medieninhalte im Internet schieben“. Dazu zählten Suchmaschinen, soziale Netzwerkplattformen, Videoplattformen sowie Messaging-Dienste.

Aber sie seien nur ein Baustein im Meinungsbildungsprozess, besagt die Studie. „Auch wenn zuletzt die Rede davon war, dass Intermediäre Wahlkämpfe entscheiden. Sie können diese Rolle nur im Zusammenspiel mit anderen übernehmen“, sagt Hasebrink. „Intermediäre zu nutzen, bedeutet auch immer einen anderen Kontakt, etwa Face to Face oder im Zusammenspiel mit klassischen journalistischen Angeboten, zu denen uns die Intermediäre geführt haben.“

57,3 Prozent der Internetnutzer in Deutschland gestern - also mehr als 23 Millionen Menschen - nutzten mindestens einen Intermediär auch zu informativen Zwecken, besagt eine bevölkerungsrepräsentative Studie von Kantar TNS im Auftrag der Landesmedienanstalten. Jeder dritte Internetnutzer gelange auch über einen Intermediär zu Online-Infos, jeder vierte über eine Suchmaschine. Subjektiv gesehen seien dabei Google und Facebook am wichtigsten für die informierende Nutzung. Nach der qualitativen Erhebung wird Google über alle Altersgruppen hinweg als zentrales Informationswerkzeug zur gezielten Informationssuche genutzt. Facebook dagegen ermögliche es eher, das Meinungsklima wahrzunehmen – und gegebenenfalls auch auf unerwartete Informationen zu stoßen. Abgesehen von der erstaunlich geringen Nutzung des Internets insgesamt haben die Autoren der Studien so genannte Wutbürger und Pegida-Anhänger nicht gezielt gesucht. Im Übrigen: In den USA beziehen mittlerweile schon zwei Drittel ihre Nachrichten von sozialen Diensten.

Hasebrink: Transparenz nötig

Viele klickten auf Unglaubliches oder Komisches, ohne es gleich zu glauben, erklärt Hasebrink. „In unserem Repertoire über die Welt kommen unterschiedliche Dinge vor.“ Ein einzelner Fake sei da nicht unbedingt ein Schaden. „Ich bin kein Entwarner, eher ein Warner. Aber in der gegenwärtigen Debatte habe ich den Eindruck, dass wir schon ein bisschen übertreiben. Das sind Intermediäre, die sind unglaublich praktisch und vielfältig nutzbar, sie sind Dienstleister, mit deren Hilfe wir an ordentliche journalistische Inhalte kommen, die uns ermöglichen, etwas über die Meinung anderer zu erfahren. Sie haben nicht die Meinungshoheit übernommen.“ Gleichwohl fordert Hasebrink Transparenz von den Intermediären über ihre Algorithmen.

Überfällig sei auch, dass Intermediäre als Meinungsbildner in die Konzentrationskontrolle einbezogen werden. Weil die Intermediäre das Vertrauen der Nutzer bräuchten, sei das letztlich auch von Vorteil für sie.

Döpfner: „Alle brauchen Inhalte“

Während die Mehrheit immer noch in den Kategorien Print und Digital im Journalismus denke, heiße der neue Trend Social Media, sagte Axel-Springer-Vorstand Mathias Döpfner bei einem Pressegespräch vergangene Woche. Wenn es immer mehr heiße, das haben wir bei Facebook gelesen, sei das für Facebook gut, für Springer schlecht. Döpfner will Facebook nicht auf Hate speech reduzieren, sondern als Medienunternehmen stärker in den Blick nehmen. Gerade Facebook gehe sehr viel offener mit den Verlagen um als Google das tue. Der Verlag schaue sich genau schnell wachsende Plattformen wie Snapchat, Pinterest oder LinkedIn an. Je mehr solcher Plattformen es gäbe, desto besser. Denn: „Alle brauchen Inhalte“. Darum gäbe es bei ihm einen tief wurzelnden Optimismus, dass es immer interessanter für die Anbieter von journalistischen Inhalten werde.
Mit Blick auf die daneben liegenden Umfragen in Großbritannien und den USA mahnte der Springer-CEO die Journalisten, die Realität anstelle des eigenen Wunschdenkens in den Vordergrund zu stellen. „Je schwieriger die Zeiten, desto wichtiger wird Journalismus.“ (gp)

Neues von Springer

Fußball-Bild kommt im Januar

„Die Zeit ist reif“ für ein tägliche Fußballzeitung. Und deshalb liefert das Medienhaus Axel Springer ab 20. Januar die Fußball Bild. Nach Testläufen in München und Stuttgart erhält ganz Deutschland eine umfassende Fußballberichterstattung - kreiert aus der Arbeit der zentralen Sportredaktion der Zeitung, der 23 Regionalausgaben und der digitalen Angebote. Matthias Brüggelmann, stellvertretender Bild-Chefredakteur und Redaktionsleiter Fußball Bild, sprach bei der Vorstellung am Mittwochabend vom „letzten großen Lagerfeuer“. Zu den Investitionen wollte er sich nicht äußern. Das Blatt im Format Nordisch Tabloid und 32 Seiten Umfang gibt es für einen Euro.


Upday expandiert

Die News-Plattform Upday von Axel Springer und Samsung wird im ersten Halbjahr 2017 in Italien und Spanien starten. CEO Peter Würtenberger kündigte auch für diese Länder Redaktionen an, außerdem würden Quellen von Verlagspartnern für den News-Aggregatar erschlossen. Bislang sind Teams von je sechs Journalisten in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Polen aktiv. Im März war das auf den Samsung Galaxy S7 und S7 edge Smartphones vorinstallierten Angebot gestartet. „Wir sind extrem glücklich mit dem Produkt“, so Würtenberger am Mittwochabend in Berlin. Upday habe mehr als sechs Millionen Unique User in den vier Märkten monatlich. Der deutsche Nutzer sei täglich länger als fünf Minuten auf Upday, so der Springer-Mann, der auf die Daten der Kunden als wertvollsten Schatz für die Vermarktung hinwies. Die Plattform bietet über 2.000 Titel als Quellen an. „Wir verstehen und als Publisher, wir verlinken zu Publishern“. Mehr als eine Million Visits würden täglich direkt zu den Publishers´ Websites weitergeleitet.

Auf zehn Millionen Geräten werde Upday 2016 installiert sein. Ende 2017 sollten es 20 Millionen sein. Die Samsung-Probleme um das Note 7 hätten die Deutschen kaum tangiert, weil das Note hierzulande nur ein Nischenprodukt sei, sagte Würtenberger. Es sei nicht geplant, auf andere Geräte wie etwa das iPhone zu gehen, stellte der CEO klar. (gp)


 

Barbara Hans: Neue Chefredakteurin von SPIEGEL ONLINE

Die Redaktion von SPIEGEL ONLINE wird künftig geführt von Barbara Hans (35), der bisher stellvertretenden Chefredakteurin der Nachrichten-Website. Florian Harms (43), seit Januar 2015 Chefredakteur von SPIEGEL ONLINE, ist von seinem Amt abberufen worden und wird das Unternehmen verlassen.

Jesper Doub, Geschäftsführer von SPIEGEL ONLINE, würdigt Harms Engagement und seine Optimierung der Website. Barbara Hans soll das Profil von SPIEGEL ONLINE nun weiter schärfen und das Angebot ausbauen. Hans studierte Kommunikationswissenschaft, Politikwissenschaft und Kulturwissenschaften in Münster und Brighton, Großbritannien, und promovierte an der Universität Hamburg über Inszenierungsstrategien von Politikern und Vertrauen in Politik. Nach dem Volontariat bei SPIEGEL ONLINE mit Stationen beim SPIEGEL arbeitete sie als Redakteurin im Ressort Panorama sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Journalistik und Kommunikationswissenschaft der Universität Hamburg. 2011 wurde sie Leiterin des Ressorts Panorama bei SPIEGEL ONLINE, im Februar 2014 stellvertretende Chefredakteurin.

Florian Harms studierte Islamwissenschaft und Politikwissenschaft in Freiburg und Damaskus und promovierte über islamische Missionsgruppen im Internet. Nach dem Volontariat bei der "Neuen Zürcher Zeitung" baute er in Hamburg ein freies Journalisten-Team auf und veröffentlichte Bücher und Reportagen zur arabischen Welt. Ab 2004 war er zunächst freier Nachrichtenredakteur bei SPIEGEL ONLINE, seit 2006 fester Redakteur. Ab März 2007 leitete er die Entwicklung des Zeitgeschichte-Portals einestages. Im Juli 2008 wurde er Chef vom Dienst am Newsdesk und im März 2011 stellvertretender Chefredakteur von SPIEGEL ONLINE.

Zu den Gründen der Abberufung von Harms machte der Verlag auf Anfrage bislang keine Angaben. (go)

Ermäßigte Mehrwertsteuer für digitale Angebote in Sicht

Die steuerliche Gleichbehandlung von Medienprodukten unabhängig vom Vertriebsweg soll kommen. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) begrüßen diese Entscheidung der Europäischen Kommission.

Mit der Änderung der Mehrwertsteuersystemrichtlinie würde auch für digitale Ausgaben von Zeitschriften und Zeitungen der reduzierte Mehrwertsteuersatz angewendet. Deutsche Presseverleger setzen sich schon lange dafür ein, dass die Mehrwertsteuer digitaler Angebote von bislang 19 Prozent auf sieben Prozent gesenkt wird. Für Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des VDZ, ist die Entscheidung ein Zeichen dafür, dass „die veränderte Wirklichkeit einer Präsenz der freien Presse auf allen Plattformen angekommen ist“.

Die Verleger appellierten nun auch an den Ministerrat und das Parlament in Brüssel, den Vorschlag der EU-Kommission zügig umzusetzen. Ausgangspunkt war ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Dieses hatte Frankreich und Luxemburg die Anwendung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auf E-Books untersagt. VDZ und BDZV, die europäischen Dachverbände von Verlegern, Buchhändlern und Autoren hatten in einem gemeinsamen offenen Brief an die Präsidenten von EU-Kommission, Europarat und Europäischem Parlament die Änderung der maßgeblichen Richtlinie angeregt. (go) 

 

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