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E-Privacy-Verordnung – falsches Signal?

 

America first“ lautet zusammengefasst die Kritik des Zentralverbands der Werbewirtschaft ZAW an der heutigen Abstimmung der sogenannten E-Privacy-Verordnung im federführenden Ausschuss des Europäischen Parlaments. Dr. Bernd Nauen, Geschäftsführer ZAW, sagt, die Verhandlungen über die E-Privacy-Verordnung seien „weiter auf einem steinigen Weg“, um die Interessen der Verbraucher, Unternehmen und der Allgemeinheit zu vereinen.

„Die heute angenommenen Vorschläge konnten, anders als üblich, keine breite Mehrheit im Ausschuss auf sich vereinigen“, denn sie seien „für die Mehrheit der europäische Digitalwirtschaft und auch die Verbraucher ausschließlich negativ“. Sie verlagerten „die Befugnis zur Datenverarbeitung weg von europäischen Unternehmen hin zu den digitalen Vollsortimentern aus den USA“ und seien „damit weder wettbewerbsneutral noch datenschutzpolitisch sinnvoll“. Teilweise handelt es sich um regelrechte Grenzüberschreitungen, etwa, wenn entgeltlose, weil werbefinanzierte Angebote ihre Inhalte uneingeschränkt zur Verfügung stellen müssen, selbst wenn Verbraucher der hierfür notwendigen Datenverarbeitung nicht zustimmen. Die Ablehnung ist zwar das gute Recht der Nutzer, warum es aber nicht mehr das Recht der Anbieter sein soll, in dieser Situation zu entscheiden, ob sie ihre teuer produzierten Inhalte zur Verfügung stellen, bleibt unerfindlich.“

Nauen sieht einen „Bruch mit nahezu allen Prinzipien der Datenschutzgrundverordnung“. Die Debatten in Brüssel gingen nun weiter, und es sei „an der Zeit, dass sich die Bundesregierung im Kreis der Mitgliedstaaten für eine klare Position einsetzt und ihre Blockade durch den deutschen Wahlkampf überwindet“. Die Datenschutzgrundverordnung müsse den Ton vorgeben, ansonsten würden „die deutschen und europäischen Anbieter zugunsten einiger weniger Giganten im Netz wegreguliert“.



Hintergründe

Der federführende Ausschuss des Europäischen Parlaments (EP) hat heute über den im Januar 2017 von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlag für die sogenannte E-Privacy-Verordnung abgestimmt. Die Regelungen, die nach den Plänen der EU-Kommission bereits Mitte 2018 verbindlich sein sollen, zielen darauf ab, EU-weit verbindliche Vorgaben zum Datenschutz im Internet und dem digitalen Fernmeldegeheimnis bei der Nutzung von der Telekommunikationsdiensten, einschließlich sogenannter OTT-Dienste wie Twitter und WhatsApp aufzustellen. Die E-Privacy-Verordnung würde der ab Mai 2018 in Kraft tretenden Datenschutzgrundverordnung (DS-GVO) als Spezialregulierung vorgehen. Sie ist von zentraler Bedeutung für den digitalen Wettbewerb und Binnenmarkt, den Medienpluralismus und die Bedingungen, unter denen Dienste und Inhalte Verbrauchern im Netz angeboten und genutzt werden können.

Das heutige Votum des Aussschusses, bei dem in einer knappen Entscheidung die Vorschläge eines Bündnisses aus Sozialisten, Grünen und den Linksliberalen angenommen wurden, bedeutet noch keine finale Entscheidung des EP oder die Festlegung auf den endgültigen Gesetzestext. Nachdem die Fraktionen der Christdemokraten und Konservativen im Ausschuss die Vorschläge abgelehnt haben, wird das Abstimmungsergebnis in Brüssel als sehr schwaches Mandat für die erst für 2018 erwarteten Verhandlungen mit den Mitgliedstaaten (sogenannter Trilog) interpretiert, wenn es nicht zuvor – im Rahmen der Befassung im Plenum des EP – zu einem Richtungswechsel kommt. (go)

Werbung besser machen

 

Der digitale Wandel hat auch das Feld der Anzeigenvermarktung in den letzten Jahren verändert. Gemeinsam mit dem Media Lab der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) wollen die SWMH (Südwestdeutsche Medienholding) und die SZ (Süddeutsche Zeitung) herausfinden, wie man „Werbung besser machen“ kann – so der Name eines Projekts, für das man sich noch bis Ende des Monats bewerben kann. Noch bis 31.10.2017 können sich Medien-Start-ups um die Förderung im Media Lab Bayern bewerben. Es umfasst ein sechsmonatiges Coachingprogramm im Media Lab Bayern, dem Inkubator der BLM. Im Rahmen des Fellowships erhalten die Start-ups 15.000 Euro Budget, ein kostenloses Büro in München sowie Zugang zu den Kontakten und Ressourcen des Media Labs Bayern.

Startups, die sich der Idee „Werbung besser machen“ interessieren, erhalten zusätzlich eine enge Anbindung an die SWMH und die Süddeutsche Zeitung. "Der digitale Wandel hat auch das Feld der Anzeigenvermarktung voll getroffen: Werbung verändert sich. Als Medienhaus, das auch von Anzeigenumsätzen lebt, wollen wir herausfinden: wohin?", sagt Dirk von Gehlen, Leiter Innovation/Social Media bei der SZ. Neue Impulse und Ideen erhoffen sie sich aus der Startup-Szene. Deswegen beteiligen sich SWMH und SZ in diesem Jahr erstmals an dem Fellowship.

Auch Start-ups und Unternehmen, die bereits auf eigenen Beinen stehen oder schon zu groß für das Fellowship des Media Labs sind, können sich an dem Projekt beteiligen: Gute Ideen, fertige Produkte oder spannende Konzepte für Werbeformen und Kampagnen, die zusammen mit der Süddeutschen Zeitung umgesetzt werden können, sind jederzeit im Rahmen des Projektes willkommen und können im offenen Austausch mit dem Innovations-Team evaluiert und eventuell umgesetzt werden.

Startups und GründerInnen können sich noch bis zum 31. Oktober beim Media Lab Bayern bewerben. Alle Informationen, sowie eine Kontaktmöglichkeit zum Innovationsteam der Süddeutschen Zeitung finden sich außerdem auf der Webseite werbungbessermachen.de. (go)

VZB-Spitzenpanel auf den Medientagen München 2017

 

Der Verband der Zeitschriftenverlage in Bayern e.V. (VZB) veranstaltet dieses Jahr auf den Medientagen München ein Spitzenpanel am Dienstag, den 24. Oktober 2017, 10.30 – 11.45 Uhr zum Thema: „Ethik und Wirtschaftlicher Erfolg?! Können ethische Grundsätze und wirtschaftliche Rahmenbedingungen auch heutzutage noch optimal miteinander verknüpft werden? Auf welche adäquate Personalpolitik müssen sich Verlage vor diesem Hintergrund fokussieren?“

Ethik, Selbstverantwortung und Compliance ziehen mehr denn je als Fragestellungen, Standards und Richtlinien in die Arbeitswelt ein. Gerade für Medienunternehmen gelten aufgrund ihrer herausragenden Stellung in einer Demokratie höchste ethische Anforderungen. Gleichzeitig müssen sie wirtschaftlich arbeiten, eine adäquate Personalpolitik verfolgen und Innovationen im Unternehmen fördern.
Auf dem VZB-Spitzenpanel der Medientage München begrüßt die Gastgeberin Waltraut von Mengden, Erste Vorsitzende des VZB, hochkarätige Experten, die auf dem Podium darüber diskutieren, wie Verlage und Medienhäuser in diesem Spannungsfeld ihre Vertrauens- und Glaubwürdigkeit weiterentwickeln können, wie eine erfolgreiche Personalpolitik aussieht und wie sie den Wettbewerb der Innovationen optimal organisieren.

Die Podiumsdiskussion ist besetzt mit Helena Bommersheim, geschäftsführende Gesellschafterin Bommersheim Consulting, Dr. Ariane Fornia, französische Schriftstellerin, Journalistin und Bloggerin, Prof. Dr. Alexander Filipović, Leiter des zem::dg – Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft, Dr. Tino Meitz, Lehrbereich Kommunikations- und Medienpsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Prälat Dr. Lorenz Wolf, Katholisches Büro Bayern. Moderiert wird die Diskussion von Stefan Krüger, geschäftsführender Gesellschafter cocodibu GmbH. (go)
 

Beteiligung an Breitband-Ausbau?

 

Anbieter datenintensiver Audio- und Videodienste wie Netflix, Amazon TV, Apple Music, Google, Facebook und Youtube sollten sich an den Ausbaukosten der künftigen Gigabit-Netze durch eine Netznutzungsgebühr beteiligen, die nicht zulasten der Verbraucher gehen dürfe. Dies hat jetzt der Fachverband Rundfunk- und BreitbandKommunikation (FRK) auf seinem Breitbandkongress in Leipzig gefordert. Dem Interessenvertreter der mittelständischen Netzbetreiber schwebt dabei für Streamingdienste alternativ eine monatliche Abgabe bis zu einem Euro je Kunde oder eine volumenabhängige Gebühr vor. „Langfristig kann kein Geschäftsmodell funktionieren, das einseitig auf der Idee kostenloser Datenautobahnen basiert, wenn letztlich den privatwirtschaftlichen Betreibern dieser Infrastrukturen das nötige Geld für den Erhalt und weiteren Ausbau fehlt“, betonte Heinz-Peter Labonte, Vorsitzender des FRK.

Der FRK arbeitet hierzu an einem konkreten Vorschlag, der in die öffentliche Diskussion um den richtigen Weg für den Netzausbau Richtung Gigabit-Gesellschaft einfließen soll. „Amazon, Netflix, Apple, Google und Facebook entwickeln sich über die Breitbandnetze zu globalen TV-Giganten, die sich nicht nur in Deutschland jeder Verantwortung und Regulierung entziehen. Zugleich bedrohen diese Anbieter langfristig die Existenz funktionierender nationaler Strukturen der TV-Märkte, TV-Sender und Betreiber von Netzinfrastrukturen. Mit dem Beitrag für den Infrastrukturausbau wollen wir nicht den Verbraucher sondern die Anbieter belasten, die aus ihren Geschäftsmodellen Milliardenumsätze zulasten der Netzbetreiber und letztlich der Allgemeinheit generieren“, sagte er weiter.

Damit reagiert der Fachverband als erster Interessenvertreter der Netzbetreiber in Deutschland auf das nur durch raschen weiteren Ausbau der Netze zu bewältigende gewaltige Volumenwachstum für den Download von Videos und Musik. Dieses legt jährlich zwischen 30 und 40 Prozent zu und steht bei steigender Tendenz für über 80 Prozent des gesamten Datenverkehrs in den Netzen. „Nüchtern gesehen wird heute von diesen Anbietern und anderen Interessengruppen das private Eigentum von Netzbetreibern als Allgemeingut gesehen, dass allen Nutzern zu gleichen Teilen und am besten mit minimaler Flatrate zusteht“, sagte Labonte weiter. „Die für den Betreiber und letztlich den Nutzer wirklich wichtigen Fragen werden dabei völlig ausgeblendet. Wie kann ich meine erforderlichen Investitionen für den Ausbau refinanzieren? Wie lassen sich Datenströme intelligent managen? Wie stelle ich langfristig die Qualität und Sicherheit der Datentransporte in meinem Netz sicher?“

Der vom FRK geforderte Beitrag der Streaminganbieter komme letztlich Verbrauchern und Unternehmen gleichermaßen zugute. Ausgebaute Netzinfrastrukturen seien Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und Gesellschaft. (go)

Rheinische Post richtet Bewegtbild-Aktivitäten neu aus

 

Die Rheinische Post Online wird ab 2018 das Angebot an Video-Inhalten weiter ausbauen. Neben Lokalem, News und Service wird künftig noch stärker die wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Vielfalt der Region Düsseldorf gezeigt. Die Rheinische Post reagiert damit auf die steigende Nachfrage nach Video-Inhalten und das sich verändernde Nutzungsverhalten der Leser und Zuschauer.

Die Kabelverbreitung des linearen TV-Programmes center.tv Düsseldorf wird eingestellt, dafür werden die Bewegtbild-Inhalte neben RP Online und anderen Webseiten künftig noch stärker über die Sozialen Netzwerke direkt den Nutzern zur Verfügung gestellt.

Die Rheinische Post erreicht bundesweit mit einer Auflage von rund 291.473 Exemplaren und 778.000 Leser. RP Online ist eines der reichweitenstärksten deutschen Nachrichtenportale. Der Online-Auftritt der Rheinischen Post erreicht monatlich rund 8,72 Millionen Unique User. RP Online erscheint unter dem Dach der RP Digital GmbH, in der neben rp-online.de auch die weiteren Digitalangebote der Rheinischen Post produziert und vermarktet werden. (go)
 

Berlin für starken öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal

 

Sachsen-Anhalt hat sich positioniert. Bei den Überlegungen zur Strukturreform der Öffentlich-Rechtlichen preschte Staatskanzleichef Rainer Robra (CDU) in einem Zeitungsinterview mit dem Vorschlag vor, das „Erste“ in seiner jetzigen Form abzuschaffen. Also nur die ARD-Dritten beizubehalten, national das ZDF. „Alle wissen doch, dass dieser Vorschlag nicht Wirklichkeit wird“, konterte der Berliner Senatskanzleichef Björn Böhning (SPD) am Dienstagabend beim Berliner Mediendiskurs im Roten Rathaus. „Ich halte es für fatal, wenn in diesen Zeiten von Fake News eine Säule des Systems weggenommen wird.“ Gleichzeitig plädierte er für einen starken öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal, der nicht zusätzlich, sondern anstelle bisheriger Kanäle geschaffen werden sollte. 
Die Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb), Patricia Schlesinger, verwies auf 10,5 Millionen tägliche Zuschauer der „Tagesschau“, darunter 400.000 unter 29 Jahren. 


ZDF-Intendant Thomas Bellut nannte die Strukturdebatte einen „entschlossenen Versuch“, noch mehr zusammenzuarbeiten. Er finde es dabei völlig „normal, wenn wir uns ständig rechtfertigen müssen“. Er werbe dafür, dass die Öffentlich-Rechtlichen im Netz eine eigene Plattform haben. An die Verlage gerichtet erklärte Bellut: „nicht wir sind der Feind“, sondern die internationalen Plattformen. 


Der Berliner Senatskanzleichef rief ARD und ZDF auf, sich auch mit den Produzenten zu verständigen. Die Öffentlich-Rechtlichen sollten mehr und nicht nur in die eigenen Töchter investieren. Er kündigte an, dass sich die Länder die Tochtergesellschaten genauer anschauen wollten. Böhning räumte ein, dass es beim Telemedienauftrag unter anderem bei „presseähnlichen Texten“ noch Diskussionsbedarf gebe. Allerdings werde auch debattiert, ob „presseähnlich“ der richtige Begriff sei. Aus seiner Sicht werde der überarbeitete Telemedienauftrag noch nicht Eingang in den Rundfunkänderungsstaatsvertrag finden, den die Ministerpräsidenten jetzt in Saarbrücken beraten, sondern erst in den nächsten. (gp)

Zeitungsverleger in NRW fordern Struktur- und Auftragsreform beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk

 

Anlässlich der bevorstehenden Ministerpräsidentenkonferenz am kommenden Donnerstag und Freitag in Saarbrücken hat der Zeitungsverleger Verband Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) zu einer Neujustierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland aufgerufen. Die aktuelle Debatte über die Reform und den Auftrag der Rundfunkanstalten sei eine Chance, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zukunftssicher aufzustellen und gleichzeitig dem Markt der privaten Medien neue Impulse zu geben.

Christian DuMont Schütte, Vorsitzender des ZVNRW, sagte, es sei wichtig, dass gerade zum Auftrag der Sender nun keine übereilten Entscheidungen seitens der Ministerpräsidenten getroffen würden. Auch im Sinne einer Beitragsstabilität sei es besser, nach einer umfassenden Debatte ein stabiles neues Rundfunksystem aufzusetzen, als im Hauruckverfahren Einzelregelungen zu verabschieden, so der Verband. „Es ist nicht im Sinne des Erfinders, wenn ein öffentlich-rechtliches Rundfunksystem in einen Verdrängungswettbewerb mit privaten Medien tritt und damit eher Medienvielfalt bremst als sie zu fördern. Das muss geändert werden“, sagte Christian DuMont Schütte und verwies auf die umfassenden digitalen Textangebote der Rundfunkanstalten. Diese mit Rundfunkpflichtbeiträgen finanzierten Angebote stehen in direkter Konkurrenz zur gedruckten Zeitung und deren Digital-Angeboten und verzerren so den Wettbewerb zu Lasten des privatwirtschaftlich finanzierten Journalismus.

Zudem verweist der Verband auf eine Studie der Unternehmensberatung McKinsey, die im September vorgestellt worden war. Diese zeige, dass der Rundfunkbeitrag in Deutschland das finanzielle Medienbudget jedes Einzelnen im europäischen Vergleich besonders stark belaste. Er sei mit 42 Prozent der größte Brocken der Medienausgaben von Privathaushalten. Ein breiter Auftrag der Rundfunkanstalten führe zu hohen Rundfunkbeiträgen und so zu weniger Mitteln für privatfinanzierte Medien. Je weiter der Auftrag, desto weniger private Medienvielfalt. (go)

best4 – Das Print-Event

 

Welchen nachhaltigen Wert journalistische Umfelder für die Markenkommunikation bieten, zeigt die Gesellschaft für integrierte Kommunikation (GIK) bei best4 – Das Print-Event am 9. November im Kap Europa in Frankfurt sowie in ihren Studien best for planning (b4p) und best for tracking (b4t). Das Event geht in diesem Jahr der Frage nach, warum Qualität niemals Fake sein kann. Fred Hogrefe, Funke Mediengruppe und Sprecher der GIK: „Mit unserem Motto in diesem Jahr wollen wir auf den Zusammenhang zwischen Glaubwürdigkeit, Vertrauen in die Medien und Werbewirkung hinweisen. Nur wenn der Verbraucher eine Werbebotschaft in einem glaubwürdigen Umfeld vorfindet, kann sich die volle Wirkung entfalten." (ah)

Freifahrtschein für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk?

 

Die Verbände ANGA, Bitkom, eco und VPRT sprechen sich gegen eine Freistellung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks vom Kartellrecht aus: Die Strukturreform der Rundfunkanstalten dürfe nicht auf Kosten Dritter erkauft werden. Das Ziel der Beitragsstabilität rechtfertige keinen kartellrechtlichen Freifahrtschein. Die Verbände ANGA, Bitkom, eco und VPRT haben Bedenken gegen den Vorschlag der Länder, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von den Vorgaben des Kartellrechts freizustellen. Über einen solchen Vorschlag will die Ministerpräsidentenkonferenz beraten, die vom 18. bis 20. Oktober tagt. Konkret wollen die Länder über eine sogenannte Betrauungslösung erreichen, dass die nationalen Wettbewerbsregeln für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk künftig keine Anwendung mehr finden.

„Wir unterstützen das Ziel, die Beiträge für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk stabil zu halten“, so die Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden Achim Berg (Bitkom), Thomas Braun (ANGA), Hans Demmel (VPRT) und Michael Rotert (eco). „Dieses Ziel rechtfertigt aber keinen kartellrechtlichen Freifahrtschein. Eine Strukturoptimierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks muss vielmehr die Beitragsstabilität wettbewerbskonform bewahren, anstatt sie auf Kosten der übrigen Marktteilnehmer herbeizuführen.“ Besondere Auswirkungen hätten die Vorschläge der Länder auf kommerzielle Rundfunkveranstalter, die im publizistischen und ökonomischen Wettbewerb mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk stehen. Ebenso wären Marktteilnehmer auf vor- und nachgelagerten Märkten betroffen, etwa Infrastruktur- und Plattformbetreiber sowie wesentliche Teile der Kreativwirtschaft. Diese wären künftig einer Markt- und Verhandlungssituation ausgesetzt, in der sie vor marktmissbräuchlichem Verhalten nicht mehr geschützt wären.

Kooperationen zwischen den Anstalten seien nach geltendem Wettbewerbsrecht schon heute möglich – im Rahmen geltender Gesetze. Die Verbände appellieren daher an die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder, sich dafür einzusetzen, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender auch in Zukunft an die Vorschriften des Wettbewerbsrechts halten müssen. (go)

Unternehmensmarken: Persönliche Daten sicher?

 

Zum Thema Datensicherheit in Kombination mit Unternehmensmarken hat Kantar TNS 70.000 Menschen in 56 Ländern befragt. Die Ergebnisse der Connected Life Studie zeigen, dass 56 Prozent der Verbraucher in Deutschland sich über die Nutzung ihrer persönlichen Daten durch Unternehmen Gedanken machen. Ihre Annahmen: Unternehmen machen sich die Daten zu eigen, ohne sie für die Verbraucher nutzbar zu machen. Dabei vertrauen in China und Nigeria mehr als die Hälfte der Verbraucher (57 beziehungsweise 54 Prozent) globalen Marken. In entwickelten Märkten wie Deutschland (21 Prozent) und Frankreich (25 Prozent) ist das Vertrauen hingegen signifikant niedriger – hier bevorzugen die Konsumenten kleinere oder lokal agierende Marken. Walter Freese, bei Kantar TNS in Deutschland verantwortlich für Connected Life, über die Ergebnisse:
 „Wir leben nun in einer vernetzten, post-faktischen Welt, in der für viele Verbraucher Misstrauen und nicht Akzeptanz und Hinwendung die Regel ist. In Deutschland und vielen anderen entwickelten Ländern kommt es zu einem Paradoxon: Auf der einen Seite scheint die angestrebte Verbindung zwischen den Marken und den Verbrauchern erreicht zu sein: Neue und bestehende Zielgruppen werden durch die neuen Kanäle und Plattformen angesprochen, Markeninhalten werden in sozialen Medien geteilt, personalisierte Ansprache aufgrund vorangegangenen Nutzungsverhaltens wird akzeptiert und selbst der digitale Geschäftsverkehr wird ausgeweitet. Auf der anderen Seite scheinen doch genau diese Entwicklungen das Vertrauen der Verbraucher langfristig eher zu untergraben und nicht aufgebaut zu haben.“ (ah)

 

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