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Junges Angebot startet als funk

Mit mehr als 40 Formaten startet das junge Angebot von ARD und ZDF unter dem Namen funk am 1. Oktober. Rund 90 Prozent der Formate seien neu, selbst wenn deren Macher schon durch andere Formate auf YouTube oder Facebook bekannt seien. Die soll es in vielen Fällen weiter geben. Die neuen und stark subjektiven Angebote orientieren sich an den drei Nutzerbedürfnissen: Informieren, Orientieren und Unterhalten. funk versteht sich als Content-Netzwerk, wobei die Inhalte neben YouTube und Facebook auch auf Instagram, Snapchat sowie weiteren sozialen Plattformen zu finden sind. funk-Geschäftsführer Florian Hager sagte bei der Vorstellung am Donnerstag in Berlin, sie seien an „möglichst langlaufenden Formaten“ interessiert. Die Macher könnten jetzt zumeist regelmäßig publizieren. Oftmals gibt es Kooperationen, so sind die „Jäger & Sammler“ bei Frontal 21 angebunden. Ein Austausch mit der ZDF-Sendung ist nicht angedacht.

Derzeit werde bereits an 30 weiteren Formaten gearbeitet. Die Zielgruppe wurde in vier Gruppen unterteilt: 14 bis 16 Jahre, 17 bis 19 Jahre, 20 bis 24 Jahre und 25 bis 29 Jahre. In der funk App (go.funk.net/app) sind außerdem Lizenzserien zu sehen.

Das junge Angebot von ARD und ZDF ist mit einem Jahresetat von 45 Millionen Euro ausgestattet. Als letztes Landesparlament hat der Landtag von Schleswig-Holstein vergangene Woche zugestimmt. Mit dem Start von funk werden die Digitalkanäle EinsPlus und ZDFkultur abgeschaltet. (gp)
 

Relaunch von businessinsider.com


Prisma Media hat den Lizenzzuschlag für den Betrieb der Wirtschaftsnachrichten-Website Businessinsider.com in Frankreich erhalten. Das Unternehmen hat die Website gelauncht und aktuell die französische Version businessinsider.fr freigeschaltet. Mit der Business Newsseite werden in Frankreich junge aktive Zielgruppen mit hohem Community-Potenzial erreicht. Die Inhalte der Website sind eine redaktionelle Mischung von Inhalten der Mutterseite und eigens für die französische Version generierten Beiträgen. Gwendoline Michaelis, Geschäftsführerin des Verlagsbereichs Premium von Prisma Media, sagt dazu: „Business Insider bietet einen pointierten und globalen Zugang zu Wirtschaftsthemen – und das zu einem hohen Anteil über Social Media.“ (ah)
 

Döpfner: „Auswahl und verantwortliche Absenderschaft gehört in unser Hände“

„Wir brauchen eine neue europäische Medienpolitik“, forderte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner. „Das ist die Grundlage für alles“, so Döpfner am ersten Tag des Zeitungskongresses in Berlin auch zu dem von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf eines neuen Urheberrechts. Journalismus müsse ein einträgliches Geschäftsmodell bleiben. Das aktuelle Recht biete keinen fairen Ausgleich für die Verlage.

Döpfner, der eine statt einer halben Stunde auf dem Kongress sprach, nannte Social Distribution ein wichtiges Feld für den BDZV. Das dürfe nicht Facebook und Co. überlassen werden, worin ihn auch der EU-Kommissar für digitale Wirtschaft, Günther Oettinger bestärkte. Das Geschäftsmodell der Verleger sei in Gefahr, so Oettinger.

Die „Auswahl und verantwortliche Absenderschaft gehört in unsere Hände“, sagte Döpfner. Facebook und Co. sollten wie Telekommunikationsunternehmen betrachtet und wie Grossisten behandelt werden. „ViSdP - das ist unsere Verantwortung!“ Die Qualität der Inhalte werde immer wichtiger. Gebraucht würden die Zeitungsinhalte nur so und so lange, „wie unsere Leser unsere Beiträge lesen wollen“. Deshalb „müssen wir relevant sein“.

„Wir wollen nicht systemrelevant wie Banken sein, sondern relevant für das System“, so der Springer-Vorstandsvorsitzende und BDZV-Präsident weiter. Die Verleger wollten den Wandel in der Digitalisierung aus eigener Kraft schaffen. Gewinn sei nicht alles, aber ohne Gewinn sei alles nichts, sagte er. Döpfner kokettierte in seiner ersten großen Rede in neuer Funktion: „Wir können nicht über Wasser gehen. Wir können nur mit Wasser kochen“. Der Verband solle ein Kompetenzzentrum für Digitalisierung werden. Er mahnte die Kollegen, Fehler einzugestehen und in „aufgeregten Zeiten einen unaufgeregten Journalismus zu bieten“. Eingestandene Fehler rechtfertigten nicht den Vorwurf Lügenpresse, sagte Döpfner auf dem Zeitungskongress, der sich später noch speziell diesem Thema widmete. (gp)
 

Helmut Heinen: Mehrwertsteuer bleibt ein dickes Brett

Helmut Heinen, 16 Jahre lang Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), ist „noch immer erbittert über den Ausgang der Auseinandersetzungen zum Mindestlohn“.
Er wolle das nicht noch einmal alles aufrühren, sagte er in einem Interview mit dem text intern. „Aber es gehört zu den Merkwürdigkeiten der Politik, dass eine vom Bundesarbeitsministerium entwickelte und unterschriftsreife Regelung, die Zustellern wie Zeitungen ein Stück weit entgegengekommen wäre, buchstäblich in letzter Minute aus sachfremden Erwägungen im Bundestag verhindert wurde. Ja, es gab für die Zeitungen als praktisch einzige Branche eine befristete Ausnahme, aber das hätte anders und besser gelöst werden können und sollen.“

Heinen, Herausgeber der Kölnischen Rundschau, sagte weiter: „So oder so ist die Mehrwertsteuer ein dickes Brett, an dem wir weiter bohren werden.“ Die Mehrwertsteuer auf Presseprodukte sei sein Herzensthema. „Aus Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist nicht abzuleiten, dass auf den Verkauf von Zeitungen als gedruckte Information eine Steuer erhoben wird. Noch schräger wird es, wenn die gleichen Inhalte digital mit 19 Prozent belegt werden, die gedruckt mit dem reduzierten Steuersatz verkauft werden. Das zumindest sieht inzwischen nicht nur die Bundesregierung, sondern erfreulicherweise auch die EU so.“

Außerdem kritisierte Heinen erneut die „uferlos wachsenden“ Online-Angebote der Öffentlich-Rechtlichen. Er sei der „festen Überzeugung, dass die nach wie vor ungebremsten digitalen Aktivitäten von ARD, ZDF und Deutschlandfunk dem privat organisierten Pressemarkt mittelfristig sogar ganz erheblich schaden werden. Damit wir uns recht verstehen: Ich bin ein Freund des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Ich halte ihn – wie die freie Presse – für systemrelevant in unserer demokratisch verfassten Gesellschaft, allerdings nicht mit all den uferlos wachsenden digitalen Kanälen, Angeboten, Ausbuchtungen bis hin zur öffentlich-rechtlichen Online-Zeitung in den nach wie vor ungeheuer textlastigen Apps.“

Das vollständige Interview lesen Sei in der aktuellen Ausgabe von text intern.
(gp)
 

Verbesserte Abbildung von Facebook Instant Articles

 

Die Markt-Media-Studie der AGOF (Arbeitsgemeinschaft Online Forschung) entwickelt laufend neue Forschungsmethoden, um die digitale Medien-Nutzung in den 'digital facts' abzubilden -für eine valide Planungsgrundlage.

Die aktuelle Entwicklung gilt den Facebook Instant Articles. Diese werden seit ihrer Einführung Anfang 2016 von der AGOF erfasst und in den Reichweiten der digital facts ausgewiesen, jedoch bis jetzt mit Unschärfen. Über Instant Articles können Medien ihre Artikel direkt in Facebook veröffentlichen. Dabei wird nach Anklicken eines Instant-Article-Links in Facebook die mobil optimierte Webseite des jeweiligen Angebots geöffnet, jedoch nicht im Standardbrowser des genutzten Smartphones oder Tablets, sondern in einem separaten Facebook-Browser.

Um die Nutzung und Reichweite der Instant Articles vollständig in den digital facts abzubilden, hat die AGOF ihr Multi-Client-Modell angepasst, das zur Ermittlung der Unique User im Rahmen des mehrstufigen Multi-Methoden-Modells eingesetzt wird. In diesem Modell, das eine definierte Anzahl an Browser-Clients pro Nutzer berücksichtigt, wird ab sofort der Facebook-Browser gesondert berücksichtigt und verarbeitet, um eine Reichweitenunterschätzung zu vermeiden. Diese Anpassung ist ab sofort wirksam.
Insgesamt waren in den letzten drei Monaten rund 76 Prozent (rund 53 Millionen) Menschen in Deutschland ab 14 Jahre im Netz. Rund 97 Prozent davon haben stationäre Angebote genutzt, rund 73 Prozent haben mobile Websites oder Apps abgerufen.  (go)

 

Digitales Reichweitenranking Unique User
T-Online: Reichweite von 27,41 Millionen Unique Usern (52 Prozent)
Web.de : 19,97 Millionen(37,9 Prozent)
gutefrage.net: 19,79 Millionen (37,5 Prozent)
eBay.de: 19,73 Millionen (37,4 Prozent)
BILD.de: 19,16 Millionen (36,3 Prozent)
FOCUS Online: 18,78 Millionen (35,6 Prozent)
SPIEGEL ONLINE: 18,46 Millionen (35,0 Prozent)
Wetter.com: 17,9 Millionen (32,4 Prozent)
Die Welt: 16,39 Millionen (31,1 Prozent)
Chip: 15,76 Millionen (29,9 Prozent)

Vermarkter-Ranking Juni 2016
InteractiveMedia: 36,03 Millionen Unique Usern (68,3 Prozent)
United Internet Media: 35,53 Millionen (67,4 Prozent)
Media Impact: 34,97 Millionen (66,3 Prozent)
Ströer Digital: 33,60 Millionen (63,7 Prozent)
SevenOne Media: 32,67 Millionen (62,0 Prozent)
BurdaForward: 31,54 Millionen (59,8 Prozent)
OMS: 30,09 Millionen (57,1 Prozent)
IP Deutschland: 28,10 Millionen (53,3 Prozent)
G+J e|MS: 27,00 Millionen (51,2 Prozent)
eBay Advertising Group Deutschland: 24,26 Millionen (46,0 Prozent) 

myself startet Line-Extension

 

Der Condé Nast Verlag startet mit ihrem Frauenmagazin myself eine Line-Extension für berufstätige Frauen: „Job & Style“. Außerdem vergibt das Magazin zusammen mit dem Verein „Women in Digital“ in diesem Jahr erstmals den digitalfemaleleader Award. Im vergangenen Jahr hatte myself schon eine Coaching-Reihe organisiert.

myself-Publisher André Pollmann will mit dem Jobtitel die Positionierung des Magazins als „Marke für selbstbewusste, vielseitig interessierte Macherinnen“ schärfen und Werbekunden ein attraktives Umfeld bieten.

Auf 100 Seiten widmet sich das Magazin en Themen Job, Business-Etikette und Stil. In der Rubrik „Mehr Spaß“ geht es um die richtige Einstellung zum Beruf. Chefredakteurin Sabine Hofmann beschreibt, wie frau richtig Prioritäten setzt. Die Rubrik „Mehr Stil“ bietet Inspirationen für Business-Outfits, und das Kapitel „Mehr Erfolg“ zeigt, wie man sich besser bewirbt und im Job durchsetzt. 100 Karrieretyps ziehen sich wie ein roter Faden durchs Heft. Außerdem berichten Frauen aus Wirtschaft, Mode und Medien, was sie an ihrem Job schätzen.

Das Sonderheft erscheint in einer Auflage von rund 80.000 Exemplaren in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. In Deutschland kostet es 6 Euro. (go) 

VDZ-Start-up-Analyse für digitales Direktmarketing

 

Der VDZ (Verband Deutscher Zeitschriftenverleger) hat in Kooperation mit _MEDIATE eine Start-up-Analyse für digitales Direktmarketing veröffentlicht. _MEDIATE ist die Beratung für Strategisches Business Development in der Medien- und Digitalbranche in Berlin. Fokus der Analyse sind aktuelle Trends im Direktmarketing und mögliche spezialisierte Partner aus der Start-up-Szene. „Die Analyse übersetzt Start-up-Leistungen in den Verlagskontext. Mit der Erläuterung von Begriffen aus dem Fachjargon der Digitalszene können sowohl erfahrene, als auch neue Direktmarketer leicht Erkenntnisse für ihre eigene Arbeit aus der Analyse ziehen“, sagt Alima Longatti, Sprecherin der AG Dialogmarketing und Head of Direct Marketing & CRM bei Condé Nast. Die AG Dialogmarketing war Auftraggeberin innerhalb des VDZ. Sie beschäftigt sich mit Themen rund um die Abonnentenwerbung.

 

Alexander von Reibnitz, Geschäftsführer Print und Digitale Medien im VDZ, erklärt, die Start-up-Analyse biete einen „Überblick über aktuelle Entwicklungen, relevante Start-ups und Methoden junger Digitalunternehmen“. Start-ups können oft als starke Partner und Dienstleister fungieren und Verlage mit Direktmarketing-Tools für ihr Abo-Geschäft unterstützen.

 

Die VDZ Start-up-Analyse „Digitales Direktmarketing“ kann zum Preis von 49,00 Euro für Mitglieder und 69,00 Euro für Nicht-Mitglieder als gedruckte Broschüre oder zum Preis von 79,00 Euro (jeweils zzgl. MwSt.) als PDF-Datei bei Anja Mumm per E-Mail an a.mumm@vdz.de bestellt werden. (go) 

Roberto Saviano ausgezeichnet

Mit dem M100 Media Award werden Menschen ausgezeichnet, „die Spuren hinterlassen haben“ und sich für die Pressefreiheit stark machen, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstagabend in Potsdam. Geehrt wurde diesmal der italienische Schriftsteller und Journalist Roberto Saviano. Der 36-Jährige veröffentlichte vor zehn Jahren den Roman „Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra“. Seit der Veröffentlichung wird Saviano von der Mafia bedroht und steht unter Polizeischutz. Er rief die europäischen Medien auf, nicht zu vereinfachen und komplexe Sachverhalte zu erklären. Preisträger waren in den vergangenen Jahren unter anderem der dänische Karikaturist Kurt Westergaard oder die französische Satirezeitschrift Charlie Hebdo.

Beim M100 Sanssouci Colloquium waren sich die etwa 70 Chef- und leitenden Redakteure einig, dass die Europäische Union verständlicher sein und erklärt werden müsse. Diskutiert wurde auch das Verhältnis zur Türkei. Merkel erinnerte bei der Preisverleihung beim Thema Pressefreiheit an die Medien und Journalisten dort, Saviano widmete seinen Preis zwei verfolgten Kollegen in der Türkei. Der ehemalige Chefredakteur der liberalen türkischen Zeitung Cumhuriyet, Can Dündar, forderte die Europäer beim Colloquium dazu auf, den Dialog mit der Türkei nicht abzubrechen. Gleichzeitig appellierte er an die deutschen Kollegen, die vielen verhafteten türkischen Journalisten nicht zu vergessen. „Nennen Sie diese Kollegen beim Namen, geben Sie ihnen Raum in ihren Zeitungen und Medien und beobachten Sie die Fälle. Und wichtiger noch: Arbeiten Sie weiter an unseren Geschichten, die von der Zensur verhindert werden.“ Auf die Frage, ob nicht Geld gesammelt werden könne, um mit den vielen talentierten türkischen Journalisten hier eine Zeitung herauszugeben, antwortete Dündar, an ein „Medium im Exil“ habe er auch schon gedacht.

Das M100 Sanssouci Colloquium ist eine Veranstaltung der Landeshauptstadt Potsdam und des Vereins Potsdam Media International. M100 fand bereits zum zwölften Mal statt. Merkel sprach zum dritten Mal bei der Preisverleihung. (gp)

ZEIT ONLINE kooperiert mit MERIAN

ZEIT ONLINE startet eine Kooperation mit der Ganske Verlagsgruppe. Ab sofort werden ausgewählte Inhalte aus dem Reisemagazin MERIAN im Ressort Entdecken auf www.zeit.de veröffentlicht.

Enrique Tarragona, Geschäftsführer und CMO von ZEIT ONLINE, sagt: „Das Entdecken-Ressort ist eine sehr beliebte Rubrik, die auch in der Vermarktung große Relevanz hat. Ich freue mich, dass wir unsere Reiseberichterstattung durch Beiträge der preisgekrönten Hamburger MERIAN-Redaktion noch stärker aufwerten können.“

Kristin Kobel, Publishing Director Digital der Ganske Verlagsgruppe, lobt seinerseits den innovativen Online-Journalismus der Zeit und die Möglichkeit, eine „wachsende und anspruchsvolle“ Zielgruppe zu erreichen.

ZEIT ONLINE erreicht monatlich 9,8 Millionen Leserinnen und Leser (AGOF Mai 2016). Das Reise- und Kulturmagazin MERIAN wurde 1948 gegründet und veröffentlich jeden Monat ein Heft über eine Stadt, eine Region oder ein Land. (go)

„Digitale Angebote machen nicht alles platt“

 

„Überzeugte Print-Botschafter“ - die forderte Frank Nolte, Erster Vorsitzender des Bundesverbands Presse-Grosso (BVPG), beim Jahreskongress seines Verbands am 13. und 14. September 2016 in Baden-Baden. Handel und Verlage müssten Kunden und Mitarbeiter zum aktiven Verkaufen motivieren. Jedes Jahr drängten über 800 neue Titel auf den Markt, dennoch würden die Debatten zu oft von digitalen Medienangeboten und -kanälen bestimmt. „Die Erträge kommen jedoch weiterhin im Wesentlichen aus dem klassischen Printvertrieb.“

Laut Nolte geht der Umsatz der Presse nicht mehr so stark zurück wie in der Vergangenheit, obgleich eine Trendwende noch ausstehe. Immerhin: „Die Bilanz der Tops und Flops bei Neueinführungen ist in Summe deutlich positiv.“ Anlass zur Hoffnung gäben derzeit vor allem die Segmente der Mindstyle- und Gelassenheitsmagazine, Food-Zeitschriften, Wohn- und Living-Magazine, und die Landzeitschriften mit mittlerweile mehr als 20 Titeln. Qualität und Leistung seien nötig: „Print braucht starke Produkte und einen starken Vertrieb.“ Schädlich seien Billig- und Me-too-Produkte und Titel mit überhohen Remissionen.

Stefan Grünewald, Psychologe und Managing-Partner des Marktforschungsinstituts Rheingold, leitete aus Studien seines Hauses Mediennutzungstrends ab. Zeitungen und Zeitschriften könnten den Menschen Entschleunigung und Heimat bieten im schnellen digitalen Zeitalter. Besonders Regionalzeitungen seien ein sicherer Hafen und gleichzeitig „Tor zur Welt“. „Print und Digital werden miteinander verwachsen. Digital wird aber die „strukturierte Tiefe“ von Print nicht ersetzen.“

Auch Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung 'Die Zeit', hält Print für unersetzlich: „Die überwiegende Mehrheit unserer Leser will die Zeitung gedruckt haben, und zwar in alle Ewigkeit.“ Auch junge Leser gehörten zur Stammleserschaft. Das Erfolgsrezept: „Beharrliches Arbeiten an vielen kleinen Veränderungen“. Bereits die erste Ausgabe des neuen 'ZEITmagazins Mann' sei profitabel gewesen. „Das vermeintliche Naturgesetz, wonach kostenlose digitale Angebote alles platt machen, dürfen wir zumindest anzweifeln“, sagte der 'Zeit'-Chefredakteur.

Recherchen und Beiträge seien allerdings sorgfältig zu pflegen, denn „Skandale, Konformismus und Phrasendrescherei“ schädigten das Vertrauen der Nutzer in die Medien. (go)
 

 

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