Titel textintern
Die neueste Print-Ausgabe wird jeden Mittwoch unseren Abonnenten zugestellt.
text intern
liefert die wichtigsten Personal-News der Woche, zeigt die besten Fotos von Events und nennt die Geburtstage von Ihren Geschäftspartnern.
Bitte die email angeben.Kein Mailformat
Newsletter bestellen oder abbestellen

Notre-Dame: ARD wehrt sich

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hat die Berichterstattung zum Brand der Pariser Kathedrale Notre-Dame verteidigt. Nach der Intendantensitzung in Hamburg erklärte er am 17. April, die Tagesschau am Montag habe sehr wohl die Lage richtig eingeschätzt. Doch durch den Einsturz des Turms habe der Beitrag aus Paris noch einmal überarbeitet werden müssen. Er sei erst eine Minute vor „Tagesschau“-Beginn überspielt worden, so dass die Redaktion mit der Anklage gegen den früheren VW-Manager Martin Winterkorn aufgemacht habe. Auf einen „Brennpunkt“ im Anschluss habe man bewusst verzichtet, weil er keinen Mehrwert hätte bieten können, wie Programmdirektor Volker Herres ergänzte. Man hätte nur die brennende Kirche zeigen können.
Selbstkritisch räumt Wilhelm aber ein, eine „Tagesschau extra“ um 21 Uhr „wäre gut gewesen“. Zugleich verwies er darauf, dass sich die Politik gegen einen öffentlich-rechtlichen Nachrichtenkanal entschieden habe. Auf tagesschau.de habe man durchaus aber die Bilder der Agenturen unkommentiert gezeigt, ergänzt durch aktualisierte Nachrichten. In die tiefere Berichterstattung sei das Erste am Folgetag unter anderem mit einem „Weltspiegel extra“ eingestiegen, den immerhin 4,49 Millionen Zuschauer sahen, wie Herres betonte. Bewusst habe das Erste zuvor darauf verzichtet, auf jede Verschwörungstheorie und die „Aufgeregtheit des Elektro-Stammtischs“ einzugehen und denen eine Plattform zu bieten. (gp)
 

VDZ: Lieber faire Marktbedingungen

Während das Bundesarbeitsministerium Infrastrukturhilfen bei der Zeitungszustellung prüft, bleibt der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) reserviert. „Die Presse ist unteilbar“, sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer auf der Jahrespressekonferenz am 9. April in Berlin, wonach solch eine Strukturhilfe dann also für alle gelten sollte. Nicht ohne Grund seien die Verleger bislang gegen staatliche Subventionen. Aus seiner Sicht wäre eine bessere Regulierung nötig, zum Beispiel mit Blick auf die ePrivacy-Regelung. Gleiches gelte für die reduzierte Mehrwertsteuer auf digitale Zeitungen, Zeitschriften und Bücher. Der geringere Steuersatz sollte nicht nur für ePaper gelten, vielmehr gehörten Video und Sound ebenso dazu. Kurzum: er wolle nicht in eine Abhängigkeit der Politik geraten, so Scherzer. Die müsse vielmehr die Marktbedingungen fairer gestalten.

Bei den Ergebnissen konnte der Verband dank einer neuen Berechnungsmethode bei der Deutschen Fachpresse auf einen Branchenumsatz von insgesamt 20,6 Milliarden Euro im vergangenen Jahr verweisen - im Vergleich zu 14,8 Mrd. Euro 2017. Ebenso neu ist die Berechnung der Vertriebsumsätze bei den Publikumszeitschriften: Danach beträgt das jährliche Umsatzvolumen 2018 im Vertriebsmarkt rund vier Milliarden Euro.

Laut der Trendumfrage planen 45 Prozent der Verlage neue periodische Printtitel. Das seien etwas weniger als im vergangenen Jahr. Die Umsatzanteile sollen sich weiter zugunsten des Digitalgeschäfts entwickeln. Sie würden in diesem Jahr erstmals bei knapp über der Hälfte liegen. Scherzer zeigte sich optimistisch: „Bei den Zeitschriften mache ich mir keine Sorgen, dass es sie gedruckt auch in zehn und 15 Jahren noch geben wird.“ Immerhin läsen heute 83 Prozent aller Deutschen zwischen 14 und 19 Jahren noch Zeitschriften. „Mit rund 4 Milliarden Euro Umsatz vom Leser, 1,6 Milliarden am Kiosk verkauften Magazinen pro Jahr, das sind rund 20 Magazine pro Einwohner, hat Deutschland weltweit den stärksten Zeitschriftenmarkt. Paid Content ist die tragende Säule des Zeitschriftengeschäfts“, resümierte Scherzer. (gp)
 

EU-Urheberrechtsreform kommt

Das Europäische Parlament in Straßburg hat erneut für die Reform des Urheberrechts gestimmt. Dagegen waren zuletzt Hunderttausende auf die Straßen gegangen. Ohne Änderungen ging die umstrittene Vorlage durch - 348 Abgeordnete waren dafür, 274 dagegen, 36 enthielten sich.

Die Debatte hatte sich vor allem an zwei Artikeln entzündet: dem zum Leistungsschutzrecht, der es Portalen wie Google News verbietet, Überschriften oder Ausschnitte von Pressetexten einfach zu übernehmen. Google & Co. sollen die Urheber zunächst um Erlaubnis fragen beziehungsweise dafür zahlen. Noch umstrittener war Artikel 13, inzwischen Artikel 17. Danach müssen Plattformen künftig schon während des Hochladens der Inhalte prüfen, ob diese urheberrechtlich geschützt sind. Ist dem so, müssten sie die sperren und entsprechende Lizenzen dafür erwerben. In der Vorlage zur jetzigen Abstimmung war nicht mehr von Upload-Filtern die Rede.

Geteilte Reaktionen

Einen „echten Erfolg“ nannte Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Einigung. Die Regelung zur Plattformhaftung bezeichnete sie als „ausgewogen und fair“. So würden kleinere Start-ups für einen gewissen Zeitraum ausgenommen. Parodien und Zitate dürften weiterhin verwendet werden und nicht-kommerzielle Plattformen für Bildung und Forschung seien nicht erfasst. „Auch der neutrale Beschwerdemechanismus für Nutzer wird dazu beitragen, zu einem fairen Interessenausgleich zu kommen.“
Die deutschen Verlegerverbände Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) begrüßten die Verabschiedung. „Die Übereinkunft sieht auch die Einführung eines europaweiten Publisher’s Right vor, das den Verlagen erstmals die Chance bietet, mit den großen Tech-Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln. Dieses Recht wird digitale Innovationen fördern und die Vielfalt professioneller digitaler Medienangebote deutlich erhöhen.“

Für den Branchenverband Bitkom „verliert die EU ihren Status als Vorreiterin der Meinungsfreiheit. Wer im eigenen Land jeden Inhalt vor dem Hochladen ins Internet prüfen und im Zweifelsfall blockieren lässt, der macht sich im weltweiten Kampf für die Freiheit der Meinung und auch der Kunst unglaubwürdig.“ Die in scharfem Ton geführten Diskussionen rund um Upload-Filter haben eine gesellschaftliche Spaltung zwischen vornehmlich jüngeren und internetaffinen Menschen und großen Teilen des politischen Establishments offenbart.
Der Startup-Verband spricht von einem „schwarzen Tag für Europa und das freie Internet“. Im internationalen Wettbewerb um die digitalen Pioniere und Technologien der Zukunft habe Europa einen herben Schlag hinnehmen müssen, der sich noch jahrzehntelang auswirken wird.

Aus Sicht des Verbandes der audiovisuellen Medien Vaunet schafft die Richtlinie auch „Unsicherheit bei der Rechtsverfolgung und im Produktionsbereich kostspielige bürokratische Hürden“. Deswegen hofft der Verband auf eine Umsetzung mit Augenmaß. „Wir appellieren an den deutschen Gesetzgeber, die Besonderheiten des audiovisuellen Sektors zu berücksichtigen, Bürokratiemonster zu verhindern und die Anreize für gemeinsame Vergütungsregeln beizubehalten.“

Jetzt müssen die Mitgliedsstaaten die Einigung noch einmal formell bestätigen. Voraussichtlich soll das am 9. April geschehen. Danach muss die Reform in nationales Recht umgesetzt werden.
(gp)
 

Michelle Obama macht Bertelsmann glücklich

Zum vierten Mal in Folge konnte Bertelsmann-Vorstand Thomas Rabe ein Konzernergebnis von mehr als einer Milliarde Euro für das vergangene Jahr verkünden. Sein Haus sei „wachstumsstärker, digitaler, internationaler und diversifizierter“ geworden. Den Rückgang im Vergleich zu den 1,2 Milliarden Euro 2017 führte Rabe vor allem auf höhere Sondereinflüsse zurück.
Der Konzern erzielte 2018 einen Umsatz von 17,7 Milliarden Euro, ein Plus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Wert seit 2007. Vor allem die Dienstleistungstochter Arvato, die RTL Group, Penguin Random Hause, BMG und die Bertelsmann Education Group trugen dazu bei. Die Digitalerlöse lagen bei 49 Prozent. 2011 seien dies erst 30 Prozent gewesen.
Besonders stolz zeigte sich der Vorstand über „Becoming“ von Michelle Obama bei Penguin Random House, das zum erfolgreichstes Buch des Jahres mit fast zehn Millionen verkauften Exemplaren wurde. Markus Dohle, CEO von Penguin Random House, hofft auf einen ähnlichen Erfolg mit den Memoiren von Ex-Präsident Barack Obama, die noch in diesem Jahr erscheinen sollen. Einen genauen Termin könne er nicht benennen.
Trotz der sehr guten Ergebnisse der RTL Group und dem Umsatzrückgang bei Gruner+Jahr sieht Rabe „keine Notwendigkeit, beide gesellschaftsrechtlich zusammenzuführen“. Es gäbe keine Absichten, die Strukturen zu verändern. Gruner+Jahr fokussiere sich auf die beiden Märkte Deutschland und Frankreich. Allerdings verzeichnete das Geschäft von G+J Frankreich insgesamt einen starken Umsatz- und Ergebnisrückgang.
Rabe machte darauf aufmerksam, dass die jüngst gegründet Content Alliance anderen offen stehe. Zugleich erklärte er, anders als etwa Netflix habe Bertelsmann „nicht den Anspruch, die ganze Welt mit unseren Angeboten zu beglücken“.
Nach dem Wechsel an der RTL-Spitze zeigte sich der Vorstandschef zuversichtlich, dass der neue Chef der Mediengruppe, Bernd Reichart, bald auch Vorstandsmitglied werde. Das sei aber eine Entscheidung des Aufsichtsrates.
Rabe machte klar, dass sich das Unternehmen mit der derzeitigen Geschwindigkeit beim Wachstum „sehr gut“ fühle. Auch für das laufende Geschäftsjahr geht der Vorstand von einem weiteren Umsatzanstieg aus. Das Konzernergebnis soll zum fünften Mal in Folge bei mehr als einer Milliarde Euro liegen. (gp) 

Der rbb reformiert unverdrossen weiter

Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) krempelt sein Programm weiter um. Er trete vermehrt als Produzent auf, erklärte Intendantin Patricia Schlesinger auf „der ersten Programm-Pressekonferenz des Senders“ am 24. Januar in Berlin. Der rbb stärke sein regionales Info- sowie das fiktionale Angebot. Er wolle mehr eigenes Programm zeigen.
Zu ersterem gehören mit Blick auf Europa- und Landtagswahlen in Brandenburg Wahl-Hearings und Wahlarena. Da Spezialsendungen die Hitliste des dritten Fernsehprogramms anführten, würden die Zuschauer auch damit ausgiebig versorgt. Zusätzlich gäbe es 30 Sendeplätze für den rbb-Reporter. Zudem arbeitet der Sender an einem regelmäßigen Bürgertalk, vor allem mit dem Neuzugang aus dem ARD-Hauptstadtstudio, Thomas Baumann. Noch im ersten Halbjahr soll es einen Piloten geben. Früher hieß das markante Format „rbb vor Ort“.
Im fiktionalen Bereich plant der Sender eine Mini-Serie zum Jahresende, dazu eine Comedy-Serie. Außerdem sei eine Berlin-Serie fürs Erste in der Entwicklung. Der Sender wolle „relevante, politische und soziale Stoffe aufgreifen sowie historische Stoffe erzählen“ wie zur deutsch-deutschen Geschichte. Zum 30. Jahrestag des Mauerfalls etwa soll es einen Film über die Hauptverwaltung Aufklärung der Stasi geben.

Der Reformeifer betrifft auch zwei der sechs Radioprogramme. Bei der jungen Welle Fritz geht nun Online vor, der neue Claim heißt ab 4. Feburar „It´s Fritz“. Aus radio Berlin 88 8 wird am gleichen Tag rbb 88 8 bei verändertem musikalischen Auftritt und Claim: „80er, 90er, 100 Prozent Berlin.“

Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus sprach bei den vielen Veränderungen von einem „Hochrisikogeschäft“. Er wie auch Schlesinger empfinden die im Vergleich zum Vorjahr stagnierenden 5,9 Prozent Marktanteil des rbb-Fernsehens im Jahresdurchschnitt nicht als Dämpfer. Andere dritte Programme der ARD hätten in dem Sportjahr eher verloren, so etwa NDR, MDR, WDR oder SWR. „Die Richtung muss stimmen und die stimmt“, so Schulte-Kellinghaus. (gp) 

Springer testet ab Frühjahr neues Politikmagazin

Der Konzern Axel Springer glaubt an Print. Im Frühjahr wird der Verlag das wöchentliche Magazin Bild Politik testen. Die ursprüngliche Idee stammt von Selma Stern (32), derzeit Referentin beim Vorstand News Media. Sie verantwortet den Test gemeinsam mit dem Politikchef und stellvertretenden Chefredakteur von Bild, Nikolaus Blome. Die redaktionelle Idee: Bild Politik stellt die „wichtigsten Fragen der Woche“ und liefert die Antworten nicht in klassischen Ressorts, sondern eingeordnet in die Rubriken „Ärger“, „Freude“ und „Neugier“. Für Stern sollen die Texte „maximal verdichtet, maximal transparent“ als Analyse oder Meinung und „maximal nah am Leser“ sein. Hinter dem Blatt steht die Politikredaktion von Bild.

Vorstandschef Mathias Döpfner betonte am 13. Dezember in Berlin, dass Jahr sei gut gelaufen für Springer. Das Unternehmen probiere viel aus, bringe auf den Markt und stelle wieder ein wie etwa jetzt die Fußball Bild. Das kommende Jahr stehe unter dem Motto „Wachstum und Investitionen“, so Döpfner. Das neue Heft, dessen Titel schon im Markt getestet wurde, richte sich „alle, die sich sehr oder ein bisschen an für Politik interessieren.“ Vielleicht werde das Publikum ein bisschen jünger als bei anderen Politikmagazinen. (gp)  

rbb mit steigendem Fehlbetrag

Der Rundfunkrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) hat den Wirtschaftsplan für das kommende Jahr mit einem Jahresfehlbetrag von 84,6 Millionen Euro festgestellt. Im ablaufenden Jahr sind es 83,2 Mio. Der ARD-Sender will zum Ausgleich wieder auf die in der vergangenen Gebührenperiode angesparte Rücklage zurückgreifen. Der Wirtschaftsplan weist für das kommende und damit dritte Jahr der laufenden Gebührenperiode Erträge von 457,6 Mio. Euro und Aufwendungen von 542,2 Mio. Euro aus.
Der Rundfunkrat beschloss am 6. Dezember zugleich die zuletzt noch einmal vertagte höhere Aufwandsentschädigung für seine Mitglieder. Damit steigt der monatliche Betrag von 350 auf 450 Euro und das Sitzungsgeld von 50 auf 75 Euro. Anfang November war von 60 Euro die Rede.
Intendantin Patricia Schlesinger teilte mit, dass das rbb-Fernsehprogramm im November nur einen Marktanteil von 5,5 Prozent erreicht habe (im September waren es noch 6,2 Prozent). Im Jahresdurchschnitt werde der Sender bei 5,9 Prozent liegen und damit unter den Dritten vor dem Hessischen Rundfunk. (gp)
 

Verleger fordern Einigkeit beim Verlegerrecht

Vor dem Aufweichen des Kompromisses zum europäischen Urheberrecht haben die Spitzen von Zeitungs- und Zeitschriftenverlegern am 5. November in Berlin gewarnt. Auf dem Publishers´ Summit des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) sagte der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (BDZV), Mathias Döpfner, das Justizministerium dürfe das Erreichte bei der Reform nicht durch einen neuerlichen Kompromiss aufweichen. Ministerin Katarina Barley müsse sich „ohne Wenn und Aber“ hinter den Kompromiss von Berichterstatter Axel Voss stellen, der vom Europäischen Parlament verabschiedet wurde.
Barley hatte in ihrer Rede vor den Zeitschriftenverlegern darauf verwiesen, dass das Leistungsschutzrecht in Deutschland und Spanien nicht wirklich funktioniere. In Deutschland seien bislang keine relevanten Lizenzgebühren gezahlt worden. Für die SPD-Politikerin muss aus den derzeit drei vorliegenden Vorschlägen der drei EU-Institutionen ein Kompromiss im Trilog gefunden werden.
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bekräftigte, dass sein Ministerium das Verlegerrecht in der EU unterstützt. Aus seiner Sicht sind mit der Entscheidung des Parlaments im September die Aussichten besser geworden. Notfalls müsse im Koalitionsausschuss noch einmal über das Verlegerrecht gesprochen werden. VDZ-Vizepräsident und Burda-Vorstand Philipp Welte sieht die Durchsetzung „am Anfang eines langen Weges.“ (gp)
 

Vertagt - Noch keine höhere Aufwandsentschädigung

Der Rundfunkrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) gönnt sich vorerst doch keine höhere Aufwandsentschädigung. Eigentlich wollten die Mitglieder des Gremiums am 1. November entscheiden, den monatlichen Betrag von 350 auf 450 Euro und das Sitzungsgeld von 50 auf 60 Euro zu erhöhen. In der Abstimmung plädierten nur elf für die Aufstockung, sechs dagegen, vier enthielten sich. 14 Ja-Stimmen wären zur Zwei-Drittel-Mehrheit für die Satzungsänderung nötig gewesen. Stattdessen setzte der Rundfunkrat eine vierköpfige Arbeitsgruppe ein, die eine neue Vorlage bis zu nächsten Sitzung im Dezember vorlegen soll.
Vorausgegangen war eine kontroverse Debatte. Viele bezeichneten die derzeitige Aufwandsentschädigung als ausreichend oder gar zu hoch. Zudem sei es unglücklich, wenn sich die Mitglieder selbst die Honorare erhöhten. Andere argumentierten mit der neuen Stärke des Senders, der sei gut aufgestellt, anders als bei der Diskussion vor fünf Jahren, als der rbb unter Spardruck stand. Die Steigerung sei nach 15 Jahren moderat und passe in die Zeit. Zumal die Mitglieder den Sender von früh bis spät repräsentieren würden. Diskutiert wurde auch, ob man die Debatte gleich den Nachfolgern überlassen sollte, da das Gremium im kommenden Januar neu zusammengesetzt wird.
Intendantin Patricia Schlesinger teilte mit, dass das rbb-Fernsehprogramm im September einen Marktanteil von 6,2 Prozent und im Oktober nach bisherigen Berechnungen von 6,0 Prozent erreicht habe. Im September des Vorjahres seien es 5,8 Prozent gewesen. Die rote Laterne unter den Dritten habe der rbb abgegeben. (gp)
 

Startup-Verband: Berlin klar Standort Nummer 1

Nein, Nordrhein-Westfalen hat Berlin nicht vom Spitzenplatz als Standort für Startups in Deutschland verdrängt. Der Bundesverband Deutscher Startup widersprach Medienmeldungen und auch dem am 24. Oktober vorgestellten und gemeinsam mit der Unternehmensberatung KPMG herausgegebenen sechsten Startup-Monitor. Aus Sicht von Florian Nöll, Vorsitzender des Startup-Verbandes, bleibe Berlin „klar Standort Nummer 1“. Die Angaben im Monitor seien in diesem Fall „nicht aussagekräftig“. Nach Verbandsdefinition gebe es rund 8.000 Startups in Deutschland.
Laut Monitor sind rund 19 Prozent der Jungunternehmen in Nordrhein-Westfalen ansässig. Im Vorjahr waren es 14,4 Prozent. Berlin kommt demnach auf 15,8 Prozent. Befragt wurden 1.550 Startups, im Vorjahr waren es rund 1.800.

Insgesamt soll der sechste, nicht repräsentative Startup-Monitor der Politik signalisieren, hier laufe es gut, hier brauchen wir Unterstützung. Dringendster Bedarf herrsche an Fachkräften. Das werde zunehmend zum Stolperstein für die Startups. Zwei Forderungen formulierte Tobias Kollmann, Professor an der Universität Duisburg-Essen und Autor der Studie. Die Ausbildung in den MINT-Fächern müsse verstärkt werden. Alarmierend sei, dass nach der jüngsten Untersuchung der Anteil der MINT-Abschlüsse rückläufig sei. Außerdem solle sich die Politik Gedanken über die qualifizierte Zuwanderung machen, so Kollmann.

Die Gründer fordern vor allem weniger Bürokratie - etwa auch mit Blick auf die seit Frühjahr geltende Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Außerdem mangele es etwa in Berlin an englischsprachigen Anlaufstellen, beklagte Nöll. Dabei wolle die Hauptstadt wichtigster Standort in Europa werden. (gp) 

 

| Ältere Beiträge >>